Das Spiel mit Realitäten: „Herr Puntila und sein Knecht Matti“

„Herr Puntila und sein Knecht Matti“ feiert am 13. Jänner im Landestheater Premiere – mit Humor, Tango und Schlaghosen.

Erstellt am 12. Januar 2022 | 03:27
Lesezeit: 1 Min
Herr Puntila und sein Knecht Matti
Herr Puntila und sein Knecht Matti
Foto: Franziska Liehl

Nur im betrunkenen Zustand ist der Gutsbesitzer Herr Puntila scheinbar ein anständiger Mensch – nüchtern jedoch ein Menschenhasser und Tyrann. Tochter Eva und Chauffeur Matti leiden darunter und täuschen ein Liebesverhältnis vor. Diese Verkehrung von Realitäten anhand der Figur des Puntila faszinierte Regisseurin und Schauspielerin Ruth Brauer-Kvam, die Bertolt Brechts Volksstück „Herr Puntila und sein Knecht Matti“ für das Landestheater in St. Pölten inszeniert, besonders. „Das ist ein Grund, warum ich gerne Theater mache und auch selbst gerne ins Theater gehe.“

Die Handlung des Stücks transferiert sie in das Finnland der 70er-Jahre mit Schlaghosen und auftoupierten Haaren. „Es ist eine skurrile Welt voller Menschen mit Zwängen und Sehnsüchten.“

Mit dabei: Tobias Artner, Tim Breyvogel, Marthe Lola Deutschmann, Philip Leonhard Kelz, Laura Laufenberg, Tilman Rose, Michael Scherff und Miloš Todorovski.

Brauer-Kvams literarisch-musikalische Revue verbindet szenischen Humor mit einer lustvollen Selbstermächtigung der Figuren. „Es ist sicherlich kein Stück, in dem man als Zuschauer drinnen sitzt und nachdenkt. Man denkt nachher viel nach, währenddessen hoffe ich, dass man in eine Art Sog hineingezogen wird. Es wird intensiv und rhythmisch.“ Höchst musikalisch wird es auch. Die Musik stammt vom Komponisten Paul Dessau, arrangiert hat sie Kyrre Kvam. „Die Zuschauer erwartet viel Live-Musik, auch finnischer Tango ist dabei, die Sehnsuchtsmusik überhaupt“, so Ruth Brauer-Kvam.

Bis Mitte März ist das Stück viermal am Landestheater sowie auch zweimal als Gastspiel im Stadttheater Baden zu sehen.

Mehr Infos: www.landestheater.net