Leben retten. Kampagne sensibilisiert für Gefahren am Berg.

Erstellt am 01. April 2013 (17:25)
Alpinsport ist ein berauschendes Vergnügen, wenn die Sicherheit stimmt.
NOEN
Von Tina Wessig

Der Sport im alpinen Gelände ist eine unverfälschte Erfahrung, bei der man der Natur wirklich nahe sein kann. Und eine Herausforderung für zahllose Begeisterte, ihre Grenzen wahrzunehmen. Setzt man sich allerdings über diese Grenzen hinweg, kann es nur allzu leicht zu einer brenzligen Situation kommen, die im schlimmsten Fall das Leben kosten kann.

„Die Bergrettung ist eine wichtige Säule des blau-gelben Rettungswesens, weil man sich im Katastrophenfall auf echte Profis verlassen kann“, sagt Landeshauptmann Erwin Pröll. Selbst an Orten, wo die technische Hilfe an ihre Grenzen stoße, etwa, wo kein Auto mehr zufahren und kein Hubschrauber mehr landen kann, könne der Alpinsportler auf professionelle Hilfe zählen. Daher habe man sich entschlossen, den 2013 auslaufenden Fördervertrag mit der NÖ Bergrettung um fünf Jahre zu verlängern und den Förderbetrag von 350.000 Euro jährlich auf 400.000 Euro zu erhöhen. Darüber freut sich vor allem der Landesleiter der NÖ Bergrettung, Franz Lindenberg: „Die Einsatzszenarien haben sich in den letzten Jahren derart rapide gewandelt, dass unser Budget stark angespannt war.“ Nun könne man die Anforderungen an das alpine Rettungswesen auch künftig erfüllen.

„Der Berg verzeiht  keine Fehler …“

„Wir wollen die Unfallzahlen senken, persönliches Leid verhindern und teure Bergungskosten reduzieren“, appelliert auch Ernst Dullnigg, Landesgeschäftsführer der Naturfreunde NÖ, bei der Präsentation der Kampagne „No reset am Berg“. Und spielt damit auf die „Reset-Taste“ bei Computerspielen an, die dem Spieler  zu jeder Zeit einen völlig

unbeschadeten Neustart ermöglicht. Ein Vorteil, den es beim Alpinsport nicht gibt.

Daher sollen im Zuge von 50 österreichweiten „Alpinen Sicherheitstagen“ rund 1.000 Teilnehmer eine Gratis-Einweisung in die Sportarten Sportklettern, Klettersteig, Wandern und Skitourengehen erhalten.

„Es liegt nicht am fehlenden Equipment, die Sportler sind meist gut ausgerüstet, wissen aber oft nicht, wie man die Ausrüstung benützt“, erzählt auch der Weinburger Bürgermeister Peter Kalteis, Vizebundesvorsitzender der Naturfreunde Österreichs, über die Leichtfertigkeit, mit der sich Unbedarfte ins Gelände wagen. Und erzählt von einem Sportler, der an zwei aufeinanderfolgenden Tagen an exakt derselben Stelle eines Klettersteigs nicht mehr weiterkonnte. Und schließlich geborgen werden musste. „Der Berg verzeiht keine Fehler“, fügt Dullnig hinzu.

„Die drei besten Schritte, um ziemlich sicher im Bestattungsinstitut zu landen, sind: Gehen Sie nicht ins Gelände, weil Sie es wollen, sondern jemandem anderen zuliebe. Machen Sie keine körperliche Vorbereitung und besuchen Sie um keinen Preis eine Ausbildung.“ Zynisch, sicher, aber nach 30 Jahren am Berg wohl Erfahrungssache.

„Wir wollen den Menschen nicht nur im Notfall zur Seite stehen, sondern Prävention ermöglichen. Darum ist dies eine richtungsweisende Initiative“, schließt der NÖ Landesdirektor der Wiener Städtischen, Wolfgang Lehner. Mit den „Sicherheitstagen“, die von den beiden Partnern gesponsert werden, sei man nahe an der Zielgruppe und könne ein Bewusstsein dafür schaffen, dass Freizeitunfälle und resultierende Kosten wie Helikopter-Bergungen nicht versichert seien. Außer, man sorgt privat vor. www.sicherheitstage.naturfreunde.at

Naturfreunde Österreich