„Mehr als zufrieden“. Markus Strahl, Schauspieler und Intendant der Wachaufestspiele Weißenkirchen, im Gespräch mit Gerti Süss.

Von Gerti Süss. Erstellt am 01. September 2014 (09:58)
NOEN, Sam Madwar
Markus Strahl

NÖN: Am Freitag feiert in Weißenkirchen der "Wachauer Jedermann" Premiere. Warum zeigen Sie heuer erstmals zwei Stücke?
Strahl: Bisher hatten wir immer ein Rahmenprogramm mit einem Konzert angeboten. Eines unserer Ensemblemitglieder fand aber auf seinem Dachboden ein Script des „Wachauer Jedermann“, eine Adaption des Melkers Peter Galla. Ich war sofort von der Idee begeistert. Geplant ist das Ganze als jährlich wiederholendes Event.

„Hofrat Geiger“ ist am Sonntag ausgelaufen. Wie zufrieden waren Sie als Intendant?
Strahl: Nun, zufriedener kann ich wohl nicht sein. Trotz des heiklen Themas, das ja von manchen allzu gerne in die Nähe von „Kitsch und altmodisch“ angesiedelt wird, haben wir bei den Medien und beim Publikum gepunktet. Echte Gefühle können nie altmodisch oder kitschig sein. Aber ich nehme diesen Erfolg demütig an, weil ich weiß: Nichts ist kurzlebiger als der momentane Erfolg einer Theaterproduktion.

Bei beiden Stücken arbeiten Sie mit Ihrer Mutter Waltraut Haas zusammen. Zur NÖN hat sie einmal gesagt, dass Sie bei ihr besonders streng sind – sehen Sie das auch so?
Strahl: Ich glaube, das hat sie mit einem lachenden Auge gemeint, da ich sie bei den Proben wegen ihrer überbordenden Jugendlichkeit von 87 zügeln musste und sie oft daran erinnert habe, dass sie eine gebrechliche 80-Jährige mit Stock spielt, den sie einzusetzen öfters vergessen hat.

Heuer feiern die Wachaufestspiele Weißenkirchen ihr zehnjähriges Jubiläum. Sind Sie zufrieden mit dem Festspiel-Standort?
Strahl: Die Akzeptanz des Publikums war sofort da, immerhin erwarten wir heuer erstmals mehr als 8.000 Zuschauer.