Conny Frischauf im mica-Interview. Mit „Die Drift“ veröffentlicht die Wiener Künstlerin und Musikerin CONNY FRISCHAUF ihr Debütalbum. Zehn Stücke bimmeln über Pop-Pisten, kreiseln in Sprach-Schleifen und setzen sich auf dem deutschen Label BUREAU B in Szene, ohne sich in Szene zu setzen. Dialektischer Schlendrian umarmt persönliche Integrität, die Liebe zum Alten setzt sich im Neuen zusammen. Über das echte Treibenlassen im falschen Leben, rotierende Gedankenroulettes und den richtigen Dialog hat CONNY FRISCHAUF mit Christoph Benkeser gesprochen.

Von Redaktion NÖN.at. Erstellt am 04. Februar 2021 (10:45)
Zoe Kursawe

Wir treffen uns zum Spaziergang in Schönbrunn. Warum hier?

Conny Frischauf: Spaziergehen tut gut. Außerdem treffen wir uns draußen. Innerstädtisch etwas Weitläufiges zu finden, wo man seine Ruhe hat, ist gar nicht so einfach. In Schönbrunn geht das aber.

Ich war nach dem ersten Lockdown für eine Führung hier. Das Einzige was hängengeblieben ist, ist die Geschichte mit der Teebutter. 

Conny Frischauf: Welche Geschichte?

Wieso die Teebutter Teebutter heißt.  

Conny Frischauf: Weil … sie zum Tee gereicht wurde?

Weil sie von der Teschener Erzherzöglichen Butter kommt. Das aber nur am Rande, weil Butter sich als – zugegeben – furchtbar schlechte Metapher für dein Album eignet: Mit „Die Drift“ rutscht man wunderbar ins neue Jahr hinein. Das waren aber sicher nicht deine Gedanken. 

Conny Frischauf: Ich habe mich im letzten Jahr viel mit Wasser und Wind auseinandergesetzt. Die Drift ist ein spannendes Moment, das passiert, wenn der Wind auf Wasser trifft und dadurch neue Bewegungen auf der Wasseroberfläche entstehen. Es ist ein Zusammenkommen von Elementen, bei dem neue Formen entstehen.

In welchen Situationen hast du dich damit auseinandergesetzt? 

Conny Frischauf: Unter anderem war ich vergangenen Sommer in Marseille, wo ich für einen kurzen Experimentalfilm Umgebungsgeräusche aufgenommen habe. Mit diesen Aufnahmen und weiteren Klängen, die in Wien entstanden sind habe ich den Film vertont. Aber die Auseinandersetzung mit Wasser an sich war das ganze letzte Jahr sehr präsent, auch in meinen visuell-künstlerischen Arbeiten und in einer theoretischen Auseinandersetzung.

Was ist an Wasser spannend? 

Conny Frischauf: Wasser hat eine ganz eigene sichtbare Materialität und nimmt die Formen der Körper an, die es umgeben. Da spielen viele andere Gedanken mit hinein, die hier zu weit führen würden.

Du kannst dir gerne Zeit lassen.

Conny Frischauf: Wenn man als Mensch ins Wasser hineingeht, passt sich das Wasser diesem Körper – und auch allen anderen Körpern, die sich im Wasser befinden – an. Dabei ist es nicht nur spannend, wie sich Wasser aufgrund geologischer Gegebenheiten verhält, sondern auch wie es in unterschiedlichen soziokulturellen Praktiken eingebettet ist.

Was meinst du damit? 

Conny Frischauf: Wie Wasser sich in der Wahrnehmung des Menschen verändert hat. Wie es im Alltag verwendet wird und welch unterschiedliche Praktiken im Laufe der Zeit entstanden sind.

Welche Veränderungen sind das? 

Conny Frischauf: Dass Wasser reinigt als wichtige medizinische Erkenntnis, zum Beispiel. Damit geht eine Form von Hygienemaßnahme in der Gesellschaft einher – und das Aufkommen von frühen Wellness-Formen. Es entstanden Heilbäder und Wasser wurde immer mehr zu einem Synonym für Erholung und Gesundheit. Darauf konnte jedoch nicht jede Person zugreifen, weil es nur gewissen Gesellschaftsschichten vorbehalten war. Zwar hat sich das schon maßgeblich verbessert, aber dennoch ist der Zugang zu Wasser generell für viele Menschen nicht möglich, was gesellschaftliche und politische Folgen hat. Ganz abgesehen davon, welche ökologischen Schäden dabei entstehen. Mittlerweile ist auch klar, dass diese Ressource irgendwann erschöpft sein wird.

 

Wie legst du die Ästhetik des Wassers auf deine künstlerische Arbeit um? 

Conny Frischauf: Es gibt eine Auseinandersetzung, weil mich verschiedene Inhalte daran faszinieren. Aber ich kann es nicht einfach übersetzen, da es keinen konkreten konzeptuellen Ansatz gibt. In der Beschäftigung wird diese Teil meiner Arbeit und dessen, was sich aus ihr ergibt. Man denkt anders über gewisse Dinge oder bekommt neue Perspektiven.

Du hast vorhin auch den Wind erwähnt. Welche Perspektiven ergeben sich aus ihm?

Conny Frischauf: Als generelles Thema und in Kombination mit Wasser, wobei ich mich mit dem Wind nicht auf dieselbe inhaltliche Art und theoretische Weise wie mit Wasser auseinandergesetzt habe.

Welche theoretische Auseinandersetzung bedingt der Wind? 

Conny Frischauf: Man kommt von einem Thema zum anderen. Ich lese etwas, bewege mich wohin, schaue mir Neues an – es ist eine Spirale an Dingen, die entsteht und in der man sich treiben lassen kann, wenn man sich darauf einlässt.

Ein Treibenlassen wie auf Wellen. 

Conny Frischauf: Ja, die Drift hat auch mit Treiben zu tun, sie ist nicht nur der Wind, der sich auf der Wasseroberfläche bewegt, sondern hat auch mit Treibholz und dessen Bewegungen zu tun. Es ist alles und nichts. Weil es eh beides immer gleichzeitig ist.

„ICH MAG ES, DEN DINGEN IHREN RAUM ZU GEBEN.“

Trotzdem schlägst du mit „Die Drift“ eine Richtung ein, bei der der Pop nicht betreten in der Ecke steht, sondern fleißig mithüpft. 

Conny Frischauf: Ich denke nicht darüber nach, was es ist, was es nicht ist oder was es sein könnte. Es ist irgendwie da und das ist OK. Der Pop darf genauso anwesend sein wie sperrigere Sachen.

Dein Zugang zu Pop ist anders wie der überfrachtete Zugang zur Popästhetik generell. 

Conny Frischauf: Wie meinst du überfrachtet?

Überfrachtet im Sinne von überproduziert und maximalisiert. Bei dir ist es das Gegenteil: entschlackt und nahbar. 

Conny Frischauf: Ja, kann sein. Überproduziert, Lautheit, ganz viele Elemente – das war nie mein Anspruch beim Arbeiten mit Sound.

In deiner Musik erkenne ich eher eine Sequentialität als eine Gleichzeitigkeit. Das merkt man auch bei deinen Konzerten. Vor dir stehen viele Geräte, du spielst live und kannst nur begrenzt Dinge gleichzeitig ausführen.  

Conny Frischauf: Ich habe lange Zeit kein Midi benutzt. Inzwischen verwende ich es ab und zu. Allerdings muss ich sagen, dass die Arbeit im Studio und der Livekontext zwei unterschiedliche Herangehensweisen bedingen. Die Limitierung spielt live eine größere Rolle. Wenn ich Konzerte spiele muss ich mir überlegen, was ich transportieren kann. Gleichzeitig mag ich es, den Dingen ihren Raum zu geben. Sich aus dem beständigen Moment des Abliefern-Müssens herauszunehmen und dadurch Erwartungen an eine Fülle nicht zu erfüllen. Dadurch entsteht Raum – für Leute, die zuhören; für Klänge, die ich erzeuge; und für eine Form der Performativität, in der ich mir selber Zeit lassen kann. Das ist für mich etwas Notwendiges in meiner Musik.

Und funktioniert ähnlich wie bei einem Jam? 

Conny Frischauf: Ich verwende einen MPC als Hauptinstrument, auf dem ich Samples und Rhythmen abrufen kann. Ich habe aber keine gespeicherten Songs, die ich abspiele, sondern Sequenzen, die sich wiederholen und die ich gleichzeitig verändern kann. Das ermöglicht mir improvisatorischen Raum, der ermöglicht, dass sich die Lieder immer wieder auch verändern können.

Wie wichtig ist dieser improvisatorische Raum in deiner künstlerischen Arbeit? Du studierst auch an der Angewandten …

Conny Frischauf: Ich studiere im Master auf der interdisziplinären Klasse Transarts.

Spielt deine Musik dort mit hinein? 

Conny Frischauf: Nein, gar nicht.

Lass es mich von einer anderen Perspektive probieren: Die Art, wie du mit Text in deiner Musik umgehst, hat etwas Eigenes, fast Jandl-artiges. 

Conny Frischauf: Auf der ersten Platte, die vor vier Jahren rauskam, gab es nur ein Stück, auf dem ich auf Englisch gesungen habe. Irgendwann wurden die Texte mehr und die deutsche Sprache kam dazu. Mit Text habe ich aber schon vor meinen Solo-Veröffentlichungen gearbeitet. Auf „Die Drift“ ist die Auseinandersetzung mit und in der Sprache trotzdem intensiver geworden.

Eine intensivere Auseinandersetzung mit Sprache von dir heißt auch, dass es auf Empfänger*innen-Seite mehr zu dechiffrieren gibt, weil nicht alles so klar ist. 

Conny Frischauf: Nein, eh nicht. Nichts ist klar, oder?

 

Ja, das fängt bei Titeln wie „Parapiri“ an, zieht sich durch Textstellen wie „Was, wenn es wahr ist – oder länger oder kürzer“ und endet in wunderschönen Bildern wie das „Gedankenroulette“. 

Conny Frischauf: Bei „Roulette“ habe ich zuerst das Lied produziert und danach ist mir genau das passiert, was ich in dem Stück sage. Es war die ganze Zeit da, hat sich hin- und her bewegt und ist mir voll auf die Nerven gegangen.

Bist du ein Mensch, bei dem das Gedankenroulette öfter rotiert? 

Conny Frischauf: Ich kenne die Roulettes von anderen Menschen nicht, aber bei mir springt es sicher oft an. Soll es und darf es auch ruhig. Es passiert ganz automatisch, wenn man sich mit Dingen auseinandersetzt.

Wie gehst du damit um? Unterdrückung oder Affirmation? 

Conny Frischauf: Wenn’s da ist, nervt es mich. Wenn’s weg ist, denk ich nicht dran. Ich versuche es aber nicht zu unterdrücken. Die Dinge sollen so kommen, wie sie kommen, weil sie etwas Energievolles an sich haben und Anregung für Neues schaffen können. Deshalb verfluche ich sie auch nicht, wenn sie da sind.

Nur beim Schlafengehen ist das Gedankenroulette ungünstig. 

Conny Frischauf: Wenn man nicht früh aufstehen muss, kann man es ganz nüchtern als Zwischennutzung einer Tageszeit sehen.

Das ist an einer – wenn auch unfreiwilligen – Teilnahme innerhalb der Leistungsgesellschaft gar nicht so einfach. 

Conny Frischauf: Ja, das macht es schwierig in Relation zu stellen, was für einen wichtig oder unwichtig ist – gerade, weil das Außen diktiert, wie man sich zu verhalten hat. Ich glaube aber, dass man es schaffen kann, sich ein Stück weit raus zu nehmen und entspannter damit umgehen kann.

Vielleicht mit „Die Drift“. 

Conny Frischauf: Ja, ich weiß nicht – vielleicht kann man damit gar nicht mehr schlafen, weil man’s so scheiße findet und es einen so aufregt.

Dabei ist es schwierig, die Platte schlecht zu finden, weil …

Conny Frischauf: Aber es gibt die Möglichkeit dafür! Das ist ja das Schöne dran.

Das Schwierigste an „Die Drift“ ist, es schlecht zu finden. Der Umstand bietet gleichzeitig die größte Angriffsfläche.  

Conny Frischauf: Findest du es pleasing?

Es hat etwas pleasing-haftes, vor allem wegen den krautigen Elementen. 

Conny Frischauf: Ja, das hörst du halt raus.

Mag sein, dass ich es so benenne, aber die sphärischen Parts leiten dazu an.

Conny Frischauf: Diese Stimmung variiert, ich kann sie aber nicht steuern. Vielleicht gab es in manchen Momenten eine andere Dringlichkeit, die mich umgeben hat. Das Album entstand teilweise während des ersten Lockdowns und teilweise davor. Einen Unterschied hat es aber, glaub ich, nicht gemacht.

Erscheinen wird „Die Drift“ auf dem deutschen Label Bureau B. Eine Szene-Hausnummer, bei der Künstler*innen wie Neuzeitliche Bodenbeläge, Kreidler und Andreas Spechtl veröffentlichen. 

Conny Frischauf: Das hat sich ohne viel Aufregung ergeben. Bureau B hat mich gefragt, ob ich ein Lied für eine Label-Compilation aufnehmen wolle. Danach stand eine Zusammenarbeit im Raum, konkret die Frage, ob ich mir vorstellen könnte, ein Album zu veröffentlichen, worüber ich nachgedacht habe und was ich mir dann auch gut vorstellen konnte.

Persönliche Integrität sticht künstlerischen Ausverkauf. 

Cover Die Drift

Cover “Die Drift”

Conny Frischauf: Ja, solche Entscheidungen haben bei mir nichts mit der Größe oder der Reputation des Labels zu tun. Ich muss mich mit den Leuten, dem Label, der Zusammenarbeit identifizieren können.

Apropos Identifizierung: Das Cover ist eine eigene Komposition, die eine Parallele zu deiner Musik schlägt.

Conny Frischauf: Die grafische Gestaltung und die Zeichnungen sind von Anna Weisser. Die Feinheit der Materialität finde ich spannend. Wie stehen die Formen zueinander, welche Dynamik entwickeln sie? Was es bei der Zeichnung ist, kann ich gar nicht genau beschreiben. Es ist ein Gefühl, das da ist.

Für mich drückt es einen spielerischen Charakter aus, den du auf dem Album weiterführst. Bei mir hat es etwas Frühkindliches getriggert.

Conny Frischauf: Etwas Frühkindliches?

So ein Gefühl, als ob ich Spielzeugklötze übereinanderstaple.

Conny Frischauf: Irgendjemand hat mal zu meiner Musik gesagt, dass es in die Richtung von Kinderreimen geht. Darüber habe ich davor nie nachgedacht. Indem es jemand benennt, wird es aber zur Form.

Deine Musik würde auch im Kindergarten ankommen – und das mein ich nicht als Abwertung.

Conny Frischauf: Das würde ich sogar als Aufwertung bezeichnen. Wenn es nicht nur um eine sogenannte Zielgruppe oder Nische geht, ist das schön. Darüber denke ich zwar ohnehin nicht nach. Trotzdem schadet es nicht, wenn die Musik so offen und zugänglich wie möglich ist.

Eine Zugänglichkeit, die sich auch in der Verwendung von Synthesizern zeigt. Du hast einige Jahre in einem Laden für …

Ich habe vier Jahre bei Wavemeister und danach noch vier Jahre bei Elektroakustik Wagner gearbeitet. Ich hatte das Glück, dass ich dort vieles gelernt hab, was ich nicht missen mag. Alte Sachen zu kaufen und darauf neue Dinge auszuprobieren, macht mir Spaß.

Du verwendest alte Instrumente neu. Hast du den Zugang schon mal umgedreht und mit Plug-Ins gearbeitet? 

Conny Frischauf: Vor Jahren habe ich auf der Uni einen Kurs zu Ableton Live gemacht. Ich nehme auch über die Software auf, arbeite aber nicht kompositorisch damit. Zumindest aktuell, denn ich mag das Arbeiten an den Geräten. Außerdem schaut man ohnehin zu oft auf den Bildschirm.

Das entspricht dem Trend, der sich auf dem Markt für Synthesizer widerspiegelt. Inzwischen werden viele alte Geräte neu aufgelegt. 

Conny Frischauf: Das find ich super, weil sie dadurch für alle leistbar sind. Schließlich umfasst der sogenannte Vintage-Gear-Sektor tolle Instrumente, die sich bisher kaum jemand leisten konnte. Wenn es möglich ist, gewisse Klänge zu erzeugen, für die man statt 3000 Euro nur 150 ausgeben muss, ist das die richtige Entwicklung. Natürlich klingen die Instrumente anders und nicht identisch zu jenen, die vor 40 Jahren gebaut wurden. Die Frage ist, wer diese Unterschiede hört.

Was die Frage aufwirft, wie man Musik heute hört. 

Conny Frischauf: Ja, natürlich. Trotzdem produziere ich so, dass ich mich klanglich wohlfühle. Für „Die Drift“ habe ich mit Sam Irl zusammengearbeitet, der das Album koproduziert, gemischt und gemastert hat. Bei ihm weiß ich, dass er ein Gespür hat für die Musik, die ich mache. Deshalb war das eine schöne fluide Angelegenheit.

Im Gegensatz zu deiner Social Media-Präsenz. Die gibt’s nämlich gar nicht. 

Conny Frischauf: Das ist eine bewusste Entscheidung. Instagram habe ich bis vor ein paar Monaten genutzt, Facebook schon vor Jahren aufgegeben. Es ist nicht meine Begegnungszone, kein Ort, der für mich und meine Arbeitsweise geeignet ist.

Was verhindert es? 

Bild Conny Frischauf

Conny Frischauf (c) Zoe Kursawe

Conny Frischauf: Soziale Medien bedingen eine Kurzfristigkeit, die sich auf Kommunikationsebenen ausdehnen und eine Informationsfülle herbeiführen. Man ist versucht, viele Informationen in sehr kurzer Zeit aufzunehmen – die wiederum nur für eine begrenzte Zeit präsent sind. Das ist nicht mein Zugang.

Es entsteht eine Kurzfristigkeit, die zum Zwang wird, wenn die Erwartung der ständigen Erreichbarkeit im Vordergrund steht.

Conny Frischauf: Für viele Künstler*innen gibt es den Druck, daran teilzunehmen, dort präsent zu sein, um wahrgenommen zu werden. Ich sehe das zwar ganz anders, kann es aber nur für mich entscheiden.

Die Ökonomie der Hyperpersonalisierung, in der es nicht auf die Arbeit, sondern um die Präsentation seiner Selbst durch die Arbeit ankommt, kann man trotzdem schwer wegleugnen. 

Conny Frischauf: Diese Form der Individualität und die Frage der Repräsentation und bedienen ökonomische Interessen auf sozialen Medien. Eine Zeitlang habe ich mir gedacht, dass es davon abhängig ist, wie man sie nutzt. Davon bin ich wieder weggekommen, weil sie eine gewisse Form von Nutzung verlangen. Soziale Medien sind wie Templates, die bestimmte Formate und Formen vorgeben und damit gleichzeitig begrenzen, was man tun kann. Informationen werden codiert, um ein weiteres Bewegen innerhalb von Kategorien zu ermöglichen, damit Statistiken besser ausgeführt werden können. Nehmen wir als Beispiel die Frage des politischen Engagements über soziale Medien. Ich habe oft das Gefühl, dass es zu kurzfristig ist, keinen Nachhall erzeugt und dass es viel besser wäre, in einen dialogischen Austausch zu treten. Natürlich kann es wichtig sein, gewisse Dinge anzusprechen und mit vielen Menschen zu teilen. Aber um was geht es dabei? Um eine erneute Repräsentation? Oder tatsächliches Engagement?

Die Kurzfristigkeit bedingt die Unmöglichkeit der Nachhaltigkeit.

Conny Frischauf: Für mich ist es wichtiger, in einen Dialog zu treten, um zum Beispiel bei einem Spaziergang in Schönbrunn darüber zu sprechen. Jetzt fängt’s aber wieder an zu regnen. Vielleicht machen wir das ein andermal.

Vielen Dank für das Gespräch!

In Kooperation mit mica – music austria

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