Barocktage Melk: Wo der König tanzt. Im Hof, in der Stadt und, natürlich, im Stift spielt man 2019 auf.

Von Michaela Fleck. Erstellt am 27. November 2018 (02:17)
Mit einerebenso strengen wieköniglichenInschriftvom Melker Hochaltar hat Michael Schade sein fünftes Programm für die Melker Barocktage überschrieben: „Würdig der Krone ist nur der, der rechtmäßig gekämpft hat.“DanielaMatejschek
Daniela Matejschek

Der eine (König David) spielte Harfe, die andere (Queen Anne) liebte die Oboe. Der eine (Friedrich der Große) schrieb Flötenkonzerte, der andere (Leopold I.) schrieb Oratorien. Und noch ein anderer tanzte wie die Sonne: Ludwig XIV.

„Monarchistisch“ werden sie nicht, die Melker Barocktage 2019, verspricht Koordinator Alexander Hauer. Königlich schon. Schließlich hat sich Leiter Michael Schade auch ein königliches Thema für das Pfingstwochenende im 41. Festivaljahr gesucht: „Lyrā et Gladio“, also: „Mit Leier und Schwert“.

Das klinge „fast schon unheimlich“, meint Dirigent und Cembalist Stefan Gottfried, der mit „seinem“ Concentus Musicus („das ist der Eckstein dieses Festivals“) 2019 wiederkommt. Und zwei Kaiser (zur Sonntagsmatinée) und einen Superstar (Georg Friedrich Händel) zum Festivalabschluss mitbringt.

„Ich fühl’ mich schon ganz königlich!“ Kammersänger und Barocktage-Leiter Michael Schade

Zum Festivalauftakt darf dagegen ein König in die Saiten greifen, wenn Ensemble-Leiterin Christina Pluhar in Melk („das ist ein Ort, der uns sehr viel bedeutet“) „König Davids“ Harfe in den Kolomanisaal rollt. Und fast vergessene Kantaten anstimmt. Überhaupt sei heuer unter den 14 Konzerten an fünf Tagen „kein einziges Programm, das es so schon gab“, freut sich Michael Schade.

Nicht die Barocksolisten, die im Melker Stift der „Freimaurerey“ frönen. Nicht die „Oboenband“, die im Pielacher Schloss „very british“ bläst. Nicht der Philharmoniker, der in die Sommersakristei seine Frau und zwei Traversflöten mitbringt. Nicht Hiro Kurosaki mit seiner Barockgeige, nicht Vittorio Ghielmi mit seinem dem Original im Melker Musikarchiv nachgebauten Baryton, nicht die „Zigeunermusikanten“ im Barockkeller und auch nicht Dirigent Daniel Harding, der mit dem Concentus debütiert.

Und einen neuen Ort wollen sie auch noch erobern, die Barocktage: den Wirtschaftshof des Stiftes. Für einen Abend schmeißt Michael Schade dort die Autos hinaus und bittet die Tänzer hinein – zu einer Soirée wie in Versailles.

6. bis 10. Juni 2019, www.barocktagemelk.at