Musik: Streaming als Lichtblick. Keine Live-Konzerte, weniger CDs, aber mehr LPs am Musikmarkt 2020.

Von Sophie Kronberger. Erstellt am 17. Februar 2021 (05:55)
Neue Platten, neue Preise für Soulsänger Lou Asril – aber keine einfache Zeit für Österreichs Musikmarkt.
Alex Gotter

Dem krisenresistenten Streaming ist es zu verdanken, dass die heimische Musikwirtschaft im Coronajahr 2020 dennoch ein gedämpftes Wachstum von 3,4 Prozent verzeichnen konnte. Streaming ist mit Abstand der größte Umsatzbringer am Musikmarkt und wuchs vergangenes Jahr um 32,4 Prozent auf 91,6 Millionen Euro.

Sonst sah und sieht es alles andere als rosig aus. Die pandemiebedingten Umsatzeinbußen belaufen sich auf 30 Millionen Euro. Daher fordert IFPI Austria, der Verband der Österreichischen Musikwirtschaft, einen Ausfallersatz für Musikproduzenten in Höhe von drei Millionen Euro und bietet an, die zielgerichtete Verteilung des Geldes selbst zu organisieren.

Die Schließung des stationären Handels machte besonders den Verkäufen von CDs zu schaffen, die dort einen Umsatzrückgang von 30 Prozent in Kauf nehmen mussten. Ein kleiner Lichtblick: Die Österreicher entpuppten sich in der Krise als Vinyl-Liebhaber. Der Umsatz des schwarzen Goldes ist um 15,5 Prozent auf neun Millionen Euro gestiegen.

„Ein Teufelskreis"

Obwohl Streaming den größten Umsatz bringt, gibt es auch hier einen Wermutstropfen: „Heimische Produktionen auf Spotify und Co. sind im internationalen Vergleich schlecht aufgestellt“, sagt IFPI-Präsident Dietmar Lienbacher. Besonders stark setzt der Musikindustrie der Wegfall des Live-Sektors zu. Abgesagte Konzerte, Tourneen und Festivals haben weitreichende Folgen für alle Beteiligten wie Verschiebungen von neuen Veröffentlichungen.

„Ein Teufelskreis, der viele Musiker und Labels noch längere Zeit vor enorme wirtschaftliche Herausforderungen stellen wird“, so Hannes Tschürtz, Geschäftsführer Ink Music, der sich vor allem um die heimischen Nachwuchsmusiker sorgt: „Wir wollen ja auch in Zukunft österreichische Musik herausbringen und damit arbeiten.“