Rosemarie Poiarkov über Bauern, Bücher und Traktoren. Rosemarie Poiarkov, Schriftstellerin und gebürtige Badenerin, sprach mit Michaela Fleck über Bauern, Bücher und Traktoren.

Von Michaela Fleck. Erstellt am 12. Dezember 2017 (04:19)
Pleschberger

NÖN: Diesen Mittwoch präsentieren Sie in St. Pölten mit vier Schulen und drei Autoren die jüngsten von Niederösterreichs „Schulhausromanen“. Was gibt’s denn da zu hören?

Rosemarie Poiarkov: Insgesamt sind es vier Romane. Die sind zwar nicht so lang geworden – aber da gibt es viel zu hören!

Ist ein „Schulhausroman“ so etwas wie „Klassenzimmertheater“?

Poiarkov: Entstanden ist er im Klassenzimmer, in meinem Fall in einer Fachschule für Landwirtschaft und Weinbau, mit 20 Schülern, fünf Schülerinnen und zwei afghanischen Gastschülern. Mit ihnen habe ich 7 x 2 Stunden gearbeitet – das war schon intensiv und braucht auch viel Vorbereitung.

Der Titel, „Bauer sucht Horrorclown“, klingt ja mehr nach Stephen King als nach Hollabrunn.

Poiarkov: Es ist eigentlich eine sehr bodenständige Geschichte. Und es kommt so ein bisschen Horror vor. Es gab in der Klasse zwei Traktor-Fangruppen, das ist eingebaut worden, der Bauer – der ist auch nicht von mir – ist ein Landwirt mit Alkoholproblem, der Paintball spielt. Und ein Horrorclown musste auch noch rein …

Kann man Schreiben lernen? Oder gar lehren?

Poiarkov: Ich glaub’, dass man sehr viel lernen kann – und daher auch lehren kann. Aber da ging es ja auch darum, dass Leute, die wenig lesen und am Anfang Schwierigkeiten hatten, überhaupt etwas zu schreiben, entdecken, dass das spannend ist. Es war auch total witzig, weil sie so viel Jugendsprache benutzt haben. Und manche, als sie zehn Minuten alleine schreiben sollten, gleich eine ganze Seite schrieben.

Wenn man sich die Literaturdebüts heute so ansieht, hat man nicht den Eindruck, dass es da Nachwuchsprobleme gibt. Oder doch?

Poiarkov: Es gibt viel mehr Schreibworkshops als früher, es gibt viel mehr Preise für junge Leute. Ich weiß aber nicht, ob es leichter ist!

Sie selbst haben heuer Ihren ersten Roman herausgebracht, „Aussichten sind überschätzt“. Begonnen haben Sie aber mit Geschichten. Braucht ein Roman erst Mut? Zeit?

Poiarkov: Ich hab’ halt geschrieben. Dass die Erzählungen zuerst veröffentlicht wurden, war eher Zufall. Aber ich brauch’ ein bissl die Abwechslung. Einen Roman in einem durchzuschreiben, langweilt mich.

Was schreiben Sie als Nächstes?

Poiarkov: Mich interessiert vor allem das Alltägliche. Ich hab’ vor, ein Jugendbuch zu schreiben – auch wenn das total schwierig ist. Und ein Drehbuch würde ich gerne mal machen, für „SOKO Donau“, das ist oft schon sehr schlecht … www.schulhausroman.at