Angelika Messner über wilde Tiere, Wünsche & Teufel

Erstellt am 13. März 2018 | 02:03
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Foto: Lukas Beck
Angelika Messner, Dramaturgin und Regisseurin, sprach mit Michaela Fleck über wilde Tiere, fordernde Arien, Wünsche & Teufel.
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NÖN: Diesen Sonntag feiern Sie bei der 13. Loisiarte in Langenlois Premiere – mit einer ganz besonderen „Zauberflöte“. Wie wird die?

Angelika Messner: Ich hoffe, sie wird lustig! Sie wird auf jeden Fall sehr interaktiv, das ist bei uns der große Coup! Wir lassen die Kinder gleich die wilden Tiere spielen …

Mozarts berühmtestes Singspiel ist ja nicht gerade sein kürzestes. Und sein einfachstes auch nicht. Wie passen zwei Aufzüge und 15 Szenen in eine Stunde? Und wie spielen sich 19 (Haupt-)Rollen von zwei Sängern?

Messner: Da ist man natürlich beschränkt, mit zwei Darstellern. Die Geschichte ist aber ziemlich original. Und Papageno ist eine super Figur für Kinder. Aber wir wollten Paminas „Ach ich fühl’s“ unbedingt drin haben. Da wird’s auch fordernd, nicht nur lustig.

Kinderprogramm gab’s bei der Loisiarte noch nie. Oper auch nicht. Dafür Literatur. Und eine Himmelsrichtung für jeden Tag. Was macht das mit den Tönen? Und was macht eine Dramaturgin bei einem Kammermusikfestival?

Messner: Die Dramaturgin wählt die Texte aus. Wenn klar ist, in welche Himmelsrichtung der Abend und Christian Altenburgers Programm geht, komm’ ich mit meinen Texten. Man hört die Musik dann anders. Das ist ganz speziell, das gibt’s nur bei uns!

„Die Zauberflöte“ ist ja nicht Ihr erstes Projekt für Kinder. Da gab es, etwa 2009, „Antonia und der Reißteufel“ an der Volksoper. Und da gab es jede Menge Uraufführungen, wie erst im letzten Juni „Vivaldi“ an der Volksoper. Was macht ein junges Publikum so spannend für ein Libretto? Und was macht ein neues Stück so spannend für die Bühne?

Messner: Die „Antonia“ hat sich so ergeben. Aber das junge Publikum war mir immer schon ein Anliegen, ich habe selber ja zwei Kinder. Und es ist immer ganz spannend, weil junge Leute haben so ganz schnelle und ungefilterte Reaktionen. Ich unterrichte auch an NÖs Kreaktivakademie. Das war immer mein Credo, dass man junge Leute ins Theater bringen muss.

Studiert haben Sie Geige, Musik- und Theaterwissenschaften. Gearbeitet haben Sie schon mit Frank Castorf in Berlin, Christian Kolonovits in Wien oder Michael Sturminger in Perchtoldsdorf. Mit oder für wen wollen Sie unbedingt noch dramatisieren oder inszenieren?

Messner: Mit so großen Wünschen versuch’ ich, mich nicht zu beschäftigen. Aber es gibt einige Ideen, die gewälzt werden. In Perchtoldsdorf gibt’s nächstes Jahr was Großes – und heuer Oscar Wildes „Bunbury“.

Loisiarte: 15. bis 17. März , Loisium, Langenlois.

www.loisium-weinwelt.at/loisiarte