Angelika Starkl über Keller-Fische und Wander-Aquarien. Angelika Starkl, Künstlerin, Kuratorin und Thayatalerin, sprach mit Michaela Fleck über Keller-Fische und Wander-Aquarien

Von Michaela Fleck. Erstellt am 26. Juni 2018 (01:37)
Kaltenbaek
Angelika Starkl

NÖN: Vor kurzem haben Sie im Waldviertel ein Kunstprojekt beim Viertelfestival eröffnet. Wird da geangelt? Oder eher geschwommen?
Angelika Starkl: [lacht] An und für sich gibt’s da was zu sehen!

„Für die Fisch“, so der Titel, klingt nicht nur kreativ, sondern auch recht kritisch. Was ist denn da „für die Fisch“? Und liegt das an den Fischern? Den Ködern? Dem Klimawandel?
Starkl: Gefischt werden soll nach der Aufmerksamkeit des Publikums. Aber es soll auch Fragen aufwerfen …

Sieben Künstler haben für Ihre Schau Fische getöpfert und gezeichnet, Unterwasservideos gedreht und sogar ein Aquarium im Fluss gebaut. Wie ging das?
Starkl: Das Aquarium ist von mir. Es schwimmt auf der Thaya, lädt sich untertags auf und leuchtet in der Nacht „Für die Fisch“ in Neonrosa. Das hat wunderbar funktioniert – bis es nach einem Gewitter auf einmal verschwunden war. Es gab dann eine spektakuläre Suchaktion mit Booten, wir haben es schließlich gestrandet am Flussufer gefunden. Und diese Woche schwimmt es wieder. Es ist also ein Wander-Aquarium geworden – aber genau das ist ja das Spannende an Land Art!

Auch die Ausstellungsorte sind keine gewöhnlichen. Was haben ein Flussbad und das Selchhaus eines Landgasthauses mit Kunst am Hut? Und was macht die Kunst mit einem Ort?
Starkl: Sie haben gar nichts mit Kunst am Hut. Aber das ist auch genau das, was das Viertelfestival macht, es bringt die Kunst an Orte, wo sie sonst nicht hinkommt. Das Selchhaus im Landgasthof Haidl wurde seit 1989 nicht mehr benutzt, wir haben da erst mal geputzt. Jetzt riecht es noch ein bisschen rauchig, aber es ist jetzt ein wirklich besonderer Ort geworden. Genauso wie der Keller unter dem Gasthaus, der schon im 19. Jahrhundert geflutet wurde und bis zu 75 Zentimeter unter Wasser steht.

Sie machen ja nicht nur selbst Kunst. Sondern haben auch schon viel Kunst als Kultur- und Kommunikationsmanagerin betreut. Wie viel Vermittlung braucht denn die Kunst?
Starkl: Für mich ist Kunstvermittlung ganz wesentlich. Das fängt bei Picasso an. Ich mach’ als Kuratorin immer Kunst für mein Zielpublikum. Es ist ganz wichtig, dass man die Leute nicht ganz allein dastehen lässt ...

Was kommt nach den „Fischen“?
Starkl: Für mich ist ganz ehrlich dann mal Pause! Aber als mögliches zukünftiges Kunstprojekt würde ich gerne die alte Fleischerei im Landgasthof Haidl bespielen ...


Bis 8. Juli, www.haidl.at/fuerdiefisch