Astrid Rothaug: „Ich lasse mich gerne von außen inspirieren“

Erstellt am 16. Dezember 2021 | 05:48
Lesezeit: 3 Min
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Macht Filme, illustriert Apps und stellt ihre Werke auch aus: Astrid Rothaug aus Brunn/Gebirge.
Foto: Julia Dragosits
Kurzfilmemacherin und Illustratorin Astrid Rothaug sprach mit Gina Christof über Kunst, Musik, Lebendigkeit und Weltbilder.
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NÖN: Vor Kurzem haben Sie den „Austrian Indie Adler“ beim Austrian Filmfestival für Ihren animierten Kurzfilm gewonnen. Wie kam es dazu?

Astrid Rothaug: Mein Film „Metanoia“ war ja mein erster eigener Kurzfilm überhaupt. Deshalb habe ich mich sehr über diese Ehrung durch den Publikumspreis gefreut. Ich hatte davor schon einmal ein Musikvideo animiert, und das hat in mir eine Leidenschaft geweckt. Ich habe bemerkt, dass ich da gerne weitermachen möchte. Das Filmemachen gibt mir die Möglichkeit, auch meine Freude am Schreiben und meine Leidenschaft für Musik zu verbinden – und damit Kunst zu schaffen.

Sie sind Illustratorin, Sie malen und machen Ausstellungen - und jetzt eben auch noch Filme. Wie hängt das alles zusammen?

Rothaug: Ich mag in all meinen Werken sehr den Austausch zwischen Kunst und Musik. Ich habe gerne den Menschen oder das vom Menschen Verlassene im Vordergrund meiner Kunst. Ich mag es auch nicht, wenn etwas kühl oder leer wirkt, sondern versuche immer, das Lebendige in meinen Geschichten in den Mittelpunkt zu rücken.

Woher kommt die Inspiration?

Rothaug: Ich lasse mich immer gerne von außen inspirieren. Das kann meine Umgebung sein, das können Menschen um mich herum sein, die Natur oder Musik - ich mag es gern, wenn etwas Außenstehendes in meine Welt kommt, das mich zu neuen Gedanken anregt. Etwas, das mein Sichtbild fordert – und vielleicht sogar mein Weltbild etwas verändert.

Was für spannende Projekte stehen als Nächstes an?

Rothaug: Einige. Aktuell mache ich das visuelle Design für die App einer Musikerin aus Luxemburg. Da arbeite ich auch viel mit Musikern und Entwicklern zusammen. Ein weiteres Filmprojekt ist eine Auftragsarbeit eines Orchesters und setzt sich mit dem Weihnachtsoratorium von Bach auseinander. Und ich finalisiere gerade das Drehbuch für meinen nächsten Animationsfilm, der auch vom Land NÖ gefördert ist. Das ist eine utopische Geschichte, die im Jahr 2050 spielt. In dieser Welt ist der wilde Wald zum Luxusgut verkommen, das für Ärmere und die Mittelschicht nicht mehr zugänglich ist.