Tulln

Erstellt am 15. Mai 2018, 04:25

von Michaela Fleck-Regenfelder

Hörenswerte Wäschestücke. Peter Rom, Jazz-Gitarrist und Musikschullehrer, sprach mit Michaela Fleck über Schmutzwäsche, Exoten und Forschergeister.

Peter Rom, Jazz-Gitarrist und Musikschullehrer, sprach mit Michaela Fleck über Schmutzwäsche, Exoten und Forschergeister.  |  Palma Fiacco

NÖN: Diesen Donnerstag sind Sie mit dem Ensemble Wiener Wäsche im Rahmen der Reihe Musik aktuell im Kremser Haus der Regionen zu Gast. Was gibt’s denn da zu hören? Sauberes? Schmutziges? Wienerisches?
Peter Rom: Ja, genau! Der Matthias Loibner singt auch ein paar Stücke in Wiener Mundart. Martin Eberle und ich kommen ja eher aus dem Jazz – diese Kombination macht’s!

Der Konzerttitel, „Vom Wünschen“, klingt ja mehr nach Wunschkonzert, der Bandname mehr nach Waschsalon. Was haben denn Wäscheweiber mit Volksmusikanten gemeinsam?
Rom: Die Wäschestücke symbolisieren die Geschichten, die wir erzählen. Da ist auch Schmutz dabei und viel Schönes – wie das Leben so spielt. Angefangen hat das in der Berliner Philharmonie, da gab es ein Konzert unter dem Titel „Alpenjazz“, und wir waren die Wiener Partie …

Zu Ihrer Gitarre gesellen sich bei der Wiener Wäsche noch eine Trompete, eine Zither und eine Drehleier. Nicht gerade die übliche Besetzung für ein Quartett. Und nicht gerade die üblichen Instrumente für (Wiener) Musik. Oder doch? Wie können die miteinander?
Rom: Für die Wiener Musik ist die E-Gitarre fast die Exotischste! Die Drehleier steht sowieso für sich. Aber wir kokettieren tatsächlich ein bissl damit, dass wir wie ein Streichquartett sind – nur werden bei uns ständig die Rollen getauscht. Und uns ist es auch wichtig, leise Töne zu spielen.

Sie haben aber auch schon mit den Strottern gespielt und mit den Symphonikern, mit der JazzWerkstatt und mit dem Klangforum. Wie wichtig sind denn die Partner für die Töne?
Rom: Unser Quartett ist so, dass wir uns auch treffen könnten, ohne zu proben, nur zum Geschichtenerzählen. Aber ich bin auch der Meinung, jeder Gitarrist muss irgendwann ein Soloprogramm liefern – aber das kommt bei mir erst!

Sie spielen aber nicht nur, Sie unterrichten auch. Und zwar seit fünf Jahren an der Musikschule Tulln. Wie ist das? Was braucht das?
Rom: Ich bin irrsinnig gern in Tulln. An der Musikschule wird ja überhaupt erst die Musik entdeckt. Und das hat in Niederösterreich eine gute Verankerung. Ich selber hab’ ein bisschen einen Forschergeist. Das versuche ich auch weiterzugeben. Und dass man ständig probiert, was geht.

Sie waren gerade in Mexiko und spielen demnächst auch auf einer Baustelle. Wo haben Sie noch nie gespielt? Und wo wollen Sie unbedingt noch spielen?
Rom: Ich würd’ irrsinnig gern in der Elbphilharmonie spielen!

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