Benny Barfuß über Herzen, Hüpfen, Mut und Klopapier. Benny Barfuß alias Stefan Grassl, Schauspieler, Clown und Neulengbacher, sprach mit Michaela Fleck über Herzen, Hüpfen, Mut und Klopapier.

Von Michaela Fleck. Erstellt am 13. November 2018 (01:45)
Benny Barfuß 
Franz Weinhofer

NÖN: Diesen Freitag stehen Sie mit dem Theater Irrwisch auf der Bühne, in der Bühne im Hof. Gibt’s da Irres? Wirres? Witziges?

Benny Barfuß: Wir spielen mit Klopapier, mit der Stimme, mit der Ukulele. Wir springen Seil ohne Seil. Und irgendwann fliegen ganz viele Herzen …

„Hupft“ heißt Ihr Programm. Das klingt ein bisschen nach Turnsaal, aber auch nach Zirkuszelt. Und das klingt nach „Trau dich!“ Wie viel Mut braucht denn ein Bühnenstück?

Barfuß: „Trau dich“ gefällt mir sehr gut [lacht]! Ich brauch’ wirklich Mut, ich brauch’ Erfahrung. Und es braucht jedes Mal Zeit, dass man sich darauf einstellt. Bei uns werden die Zuschauer berührt, die genieren sich mit uns, die verlieben sich mit uns, die fürchten sich mit uns. Wenn wir in Kontakt treten, dann richtig!

Wenn die Irrwische die Straßen unsicher machen, fliegen Springseile, Kaffeetassen und Oberhemden durch die Luft. Und manchmal auch die zugehörigen Menschen. Ist das Wahnsinn? Hat das Methode?

Barfuß: Unsere Methode heißt Improvisation. Ich weiß nicht, wo’s hingeht – und genau das interessiert mich! Auf der Straße ist alles möglich. Dort wissen wir zu 80 Prozent, was wir tun. Auf der Bühne wissen wir es zu 98 Prozent, da gelten andere Gesetze.

Theater macht Irrwisch schon seit 26 Jahren, mit Feuer, mit Stelzen, in Röcken und Schlaghosen. Und von Aserbaidschan bis Zimbabwe. Spielt es sich in Afrika anders als in NÖ?

Barfuß: Ja, es ist ein Unterschied. Aber unser Straßentheater funktioniert überall – außer vielleicht in Japan.

Clowns seid ihr alle. Sie sind dazu noch promovierter Soziologe und graduierter Handelswissenschaftler, Erlebnispädagoge und Glückstrainer. Hilft das?

Barfuß: Ehrlich gesagt: Nein.

In St. Pölten putzen Sie – ohne Irrwische – am 9. Dezember wieder Ihren Besen, nein: Weihnachtsbaum auf. Was kommt dann?

Barfuß: Ich bin jetzt mit meinem Weihnachtsstück unterwegs. Und dann kommt der Fasching, das ist meine Hauptsaison. Ein neues Herzensstück hab’ ich derzeit nicht. Und solange ich merk’, dass ich dafür brenn’, brauch’ ich das auch nicht …

www.buehneimhof.at