Christof Dienz: „Ich bin als Komponist gewachsen“. Christof Dienz, Fagottist, Komponist und Bandleader, sprach mit Sophie Kronberger über Wiederbelebung und Wachstum.

Von Sophie Kronberger. Erstellt am 23. Juli 2021 (05:54)
Christof Dienz
Christof Dienz
Ackermann

NÖN: Nach 17-jähriger Pause heißt Ihre Band Die Knödel nun Knoedel. Was hat sich bei den „Pionieren der neuen Volksmusik“ noch verändert?

Christof Dienz: Der Umlaut ist weg, ja, aber auch die Besetzung ist anders. Statt Geige haben wir jetzt Schlagwerk, Charlie Fischer ist also nun Teil der Band. Die Musik ist vielleicht noch ein bisschen reicher geworden. Ich bin ja auch als Komponist gewachsen in den letzten Jahren, das kann man vielleicht hören.

Hören kann man die Knoedel diesen Freitag in Lunz, beim Festival Wellenklaenge.

Dienz: Auch hier fehlt der Umlaut! Wir spielen alte Musik im neuen Gewand, das liegt an der Veränderung in der Besetzung. Zu hören gibt es auf der Bühne am Lunzer See hauptsächlich Lieder aus unserem jüngsten Album „Still“, aber auch noch einige Songs, die noch auf keinem Tonträger sind und die letzten Sommer entstanden sind. Den Namen unseres Albums kann man doppelt lesen, einerseits ist die Musik nicht laut, andererseits – auf Englisch gelesen – ist es ein Statement: Uns gibt es immer noch.

Was war für Sie der Anreiz, die Knoedel wieder auferstehen zu lassen?

Dienz: Bei meinen Kompositionen ist es so, dass ich eine Idee habe, die mich anfliegt und die ich dann so schnell wie möglich aufschreibe. Das kann ich in ein Stück umwandeln. Die Lust an der kleinen Form war für mich wieder da, daher auch der Wunsch, wieder Musik mit den Knoedeln zu machen. Hier sind dreiminütige Songs möglich. Gut, unser Lied „Die unendliche Ballade“ ist fünf Minuten lang.

Was kommt als Nächstes?

Dienz: Wir Knoedel sind im September zwar nicht mehr in Niederösterreich, aber in Österreich, der Schweiz und Deutschland unterwegs. Solo habe ich einige große Projekte. Ich schreibe ein Musiktheaterstück über den Barockkomponisten Benedikt Anton Aufschneider und komponiere Ballettmusik für das Wiener Staatsballett. Außerdem werde ich gemeinsam mit Clara Iannotta ab 2022 die künstlerische Leitung der Klangspuren Schwaz übernehmen, eine große Ehre.

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