Christoph Ehrenfellner: Kammermusik als Wunderwelt. Christoph Ehrenfellner, Klosterneuburger Geiger, Komponist & Dirigent, sprach mit Michaela Fleck über Magie, Möbel und Wunderwelten.

Von Michaela Fleck. Erstellt am 14. Oktober 2020 (05:52)
Christoph Ehrenfellner
Nancy Horowitz

NÖN: Nächsten Montag öffnet Ihr Musiksalon wieder seine Pforten. Was gibt’s da zu hören?

Christoph Ehrenfellner: Im Oktober und November gibt es gleich zwei Konzerte mit Geiger Vahid Khadem-Missagh – am 19. Oktober ganz klassisch, am 16. November magisch, mit Bassist Georg Breinschmid. Das ist ein Happening – und ein Statement meinerseits.

Salon klingt ja nach herrschaftlichem Wohnzimmer. Und längst vergangenen Zeiten. Ist’s bei Ihnen eher elegantoderehernostalgisch?

Ehrenfellner: Eine Mischform. Wenn man tatsächlich 100 Jahre zurückkurbelt, in die Salons etwa der Berta Zuckerkandl, dann lief das dort sehr anders ab. Wir sind ja normal arbeitende Bürger, wir haben ein paar schöne alte Möbel und Bilder geerbt. Und wir versuchen, an verschiedene Seiten anzuknüpfen…

Ein Wohnzimmer ist ja auch intim im besten Sinn. Wie spielt man da? Wie klingt das da? Und was macht ein Salon, mit der Musik?

Ehrenfellner: Das ist ja auch die Natur der Kammermusik, dass sie die Intimität sucht. Und das ist auch ein Grund, warum es diesen Salon überhaupt gibt. Die Kammermusik ist eine verfeinerte Kunstform, und die will erobert werden. Wenn man tief drinnen ist, ist es eine Wunderwelt!

Reüssierte beim Carinthischen Sommer 2020 auch als Dirigent unter anderem von Beethoven und Solist Martin Grubinger: Christoph Ehrenfellner.
Neumüller

Gespielt wurde in Ihrem Salon im Herbst schon zweimal und bis Februar noch sechsmal. So „klein“ ist das ja gar nicht. Und ihre Gäste gehören ohnehin zu den „Großen“ – von Vahid Khadem-Missagh über Harriet Krijgh bis zu Emmanuel Tjeknavorian.

Ehrenfellner: Die machen Riesenkarrieren, aber das sind noch Freundschaften von früher, das macht mich schon stolz! Wir haben ja nur Platz für 100 Leute, jetzt nur für 50. Und da geht’s auch nicht um Gagen. Da ist ein gewisser Geist dahinter, der bei uns weht…

Sie selbst haben als Komponist erst vergangenen Sommer in Retz fulminante Uraufführung gefeiert, heuer war ihr jüngstes Streichquartett bei der Styriarte dran, nächstes Jahr kommen gleich zwei neue Opern heraus. Was kommt als Nächstes?

Ehrenfellner: Da sind ein paar dicke Kohlen im Feuer! Und nächstes Jahr ist das eine riesige Sache in Deutschland…

salonehrenfellner.at