Clara Stern: „Das Beste, was ein Film hat? Empathie!“

Erstellt am 29. Juni 2022 | 03:37
Lesezeit: 3 Min
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Führt bei Österreichs jüngster Filmpreisgala im Grafenegger Auditorium Regie: Clara Stern.
Foto: eSel
Filmemacherin Clara Stern sprach mit Michaela Fleck über New York, Grafenegg, die Beatles und Eishockey.
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NÖN: Letzten Mittwoch hat Österreichs Filmakademie auf der Donau ihre Nominierten zu Österreichs Filmpreis gefeiert, diesen Donnerstag feiert sie in Grafenegg ihre Preisträgerinnen und Preisträger – unter Ihrer Regie. Wie wird das?

Clara Stern: Es wird auf jeden Fall ein Fest – für alle! Und Grafenegg ist ja wahnsinnig schön im Sommer, wir planen danach auch in den Innenhof zu gehen und wenn man ankommt, gibt’s schon draußen Häppchen …

„All together now“ steht ja schon über der Einladung …

Stern: Ich hab’ das Motto ausgewählt, weil’s Energie hat für mich. Es ist entlehnt von einem Beatles-Song. Und es geht auch darum, dass man Film nicht allein machen kann, der ruht auf vielen Schultern.

Wobei: Grundsätzlich ist der Filmpreis ja eine Preisverleihung. Also: viele Filme, viele Kategorien, viele Preisträgerinnen und Preisträger. Wie setzt man die in Szene?

Stern: Es gibt natürlich Fixpunkte, wie die 17 Preiskategorien. Es ging auch noch nie unter zweieinhalb Stunden – aber es sollen unterhaltsame zweieinhalb Stunden werden! Ich möchte das Rundherum gestalten, das hat begonnen beim Motto, geht über das Szenenbild – das ist sehr freudig – und das Kostümbild bis zu den Musikern – es wird diesmal keine durchgehende Band geben.

Der Dresscode – etwas Blaues, etwas Geborgtes – klingt jedenfalls nach Hochzeit.

Stern: Blau kommt von den Farben auf der Einladung, „light“ von letztem Jahr und „bright“ soll auch heißen, man darf sich auch trauen, zu strahlen …

Muss man den österreichischen Film noch immer erklären? Verteidigen?

Stern: In der Branche muss man ihn nicht mehr erklären. Und die Geschichten und die Stile sind ganz unterschiedlich. Aber der österreichische Film ist immer sehr nah an den Hauptfiguren. Man hat das Gefühl, diese Welt zu teilen. Und Empathie ist das Beste, was der Film hat.

Sie haben selbst schon einen Filmpreis zuhause, für Ihren Kurzfilm „Mathias“. Und Ihr erster Langfilm hat gerade Weltpremiere gefeiert.

Stern: Ja, in New York, beim Tribeca Filmfestival, da war ich vergangene Woche dabei! Es ist ein queerer Eishockey-Film, den ich 2021 auch in Niederösterreich gedreht habe, in Göttlesbrunn. Meine Großmutter lebt noch immer in Bruck. Und im Herbst kommt er ins Kino …