Elisabeth Ziegler über Naseputzen & Tangotanzen. Elisabeth Ziegler, Chorleiterin und Gumpoldskirchnerin, sprach mit Michaela Fleck über Ständchen, Naseputzen und Tangotanzen.

Von Michaela Fleck. Erstellt am 14. Mai 2019 (01:26)
Gumpoldskirchner Spatzen
Elisabeth Ziegler

NÖN: Diesen Sonntag wird im Grafenegger Auditorium Geburtstag gefeiert, und zwar 70 Jahre Gumpoldskirchner Spatzen. Gibt’s da Ständchen? Tänzchen? Sekt? Und Torten?

Elisabeth Ziegler: Für uns nicht! Das Ständchen ist unser Konzert. Das schenken wir uns – die Spatzen mir und ich den Spatzen. Und das tun wir auch zu unserer Erbauung, sonst gäbe es uns längst nicht mehr.

Festmatinée steht über dem Konzertprogramm. Was gibt’s da zu hören?

Wir werden singen. Und wir werden auch tanzen. Wir haben zwei Uraufführungen, mit unseren beiden künftigen Chorleitern. Es wird also auch die Zukunft vorgestellt. Wir singen aber auch ein Kyrie, einen Tango und eine Jazzmesse, das haben wir noch nie gemacht.

Ihr Leitspruch, „Das Lied ist unser Leben“, stammt von Ihrem Vater, der die Spatzen 1949 gegründet hat. Und dem Sie 1969 nachgefolgt sind – bis diesen Sonntag.

Was uns auch ganz wichtig war und ist: dass jedes Kind singen kann. Unsere kleine Chorschule, die Spatzenküken, die treten ja auch auf. Und natürlich sind da schräge Töne dabei. Aber das Wichtigste ist, dass sich das vervielfältigt. Ich bin immer glücklich, wenn die Kinder nach einer Chorprobe hinausgehen und weitersingen.

Die Spatzen sind ja ein Kinderchor, seine Mitglieder zwischen 10 und 17, und geprobt wird zweimal pro Woche. Was braucht das?

Organisiert hab’ ich immer alles. Es gibt nichts, was ich nicht gemacht habe – bis zum Naseputzen und Unterrock-Richten. Es war mein privater Chor. Und ich bin ja eine normale Hauptschullehrerin für Deutsch und Musik. Aber für so ein Niveau muss man Profis haben. Darum gibt es jetzt einen neuen Verein mit einem neuen Vorstand. Und ich vertraue ihnen, dass die Seele des Chores weiterleben kann.

Gesungen haben die Spatzen schon in der Staatsoper und bei den Festwochen, in China und in Südafrika, mit Domingo und Carreras. Mit wem müssen Sie noch singen?

Mit Andreas Schager, dem Heldentenor, der war mal mein Stimmbildner.

Und was müssen Sie unbedingt noch machen?

Endlich durchschlafen! Und Tangotanzen …

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