Fidelio: Für Peter Simonischek eine "Opernwelt-Ikone"

Erstellt am 11. August 2022 | 02:55
Lesezeit: 3 Min
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Dramatisch und berührend: Für Peter Simonischek ist Beethovens „Fidelio“ eine idealistische Oper.
Foto: Xenia Hausner
Star-Schauspieler Peter Simonischek sprach mit Ewald Baringer über schöne Ideale und kluge Ansätze.
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NÖN: In der konzertanten Aufführung der Oper „Fidelio“ anlässlich der Eröffnung des Grafenegg Festivals wirken Sie als Sprecher mit. Welchen persönlichen Bezug haben Sie zu diesem Werk?

Peter Simonischek: Wie für die meisten musikinteressierten Österreicher ist „Fidelio“ eine Ikone in der Opernwelt. Damit wurde 1955 die Wiener Staatsoper wiedereröffnet. Beethovens einzige Oper ist ein sehr idealistisches Werk, dramatisch und berührend, es geht schließlich um die Ideale der Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit.

In einer konzertanten Fassung, ohne szenische Darstellung und Bühnenbild, kommt der Funktion des Sprechers doch zentrale Bedeutung zu?

Simonischek: Der hervorragende Autor Walter Jens hat 1985 unter dem Titel „Roccos Erzählung“ einen janusköpfigen Text verfasst mit einem sehr klugen Ansatz. Denn dieser Kerkermeister Rocco ist zwar involviert auf Seite der Machthaber, hadert aber mit dem System und hat ja in Wirklichkeit den Hals voll davon. Das gibt ihm aber auch die Möglichkeit, einen objektiven Blick auf das Geschehen zu werfen.

Es gibt also den Rocco sängerisch zu hören und auch im Text von Jens, den Brigitte Karner für Grafenegg adaptiert hat. Wer hat denn nun bei dieser konzertanten Aufführung die dramaturgische Leitung?

Simonischek: Da müssten Sie wohl den Dirigenten (Anm.: Jaap van Zweden) fragen ...

Apropos Regie: Hätte es Sie nie gereizt, selbst zu inszenieren?

Simonischek: Einmal habe ich sogar Regie geführt, das war in Bern mit „Kunst“ von Yasmina Reza. Eine schöne Erfahrung, leider habe ich das dann nicht fortgesetzt. Aber die Welt wird nicht untergehen, nur weil ich keinen Shakespeare inszeniert habe. Mein Sohn Max inszeniert jetzt zum ersten Mal ein Kafka-Projekt am Landestheater Innsbruck.

Sie sind ja ein überaus gefragter, viel beschäftigter Schauspieler, auf der Bühne, in Hörspielen, nicht zuletzt im Film. Welche Projekte sind denn in der nächsten Zeit geplant?

Simonischek: Ich bin jetzt 76 Jahre alt, muss mich ein bisschen zur Ruhe rufen und den Raubbau an meiner Gesundheit einbremsen. Den Frosch in der „Fledermaus“ werde ich aber sicher wieder spielen und auch weiterhin in Produktionen wie „Komplizen“ am Burgtheater mitwirken.

www.grafenegg.com