Ines Schüttengruber: "Die Zeit der Organisten". Ines Schüttengruber, Pianistin, Organistin und gebürtige Wiener Neustädterin, sprach mit Michaela Fleck über Luftkunst, neue Formate und Orgel-Zeiten.

Von Michaela Fleck. Update am 13. Mai 2020 (05:54)
Ines Schüttengruber, Pianistin, Organistin und gebürtige Wiener Neustädterin, sprach mit Michaela Fleck über Luftkunst, neue Formate und Orgel-Zeiten.
Lackinger

NÖN: Diese Woche haben Sie gleich zwei Konzerttermine, einen im Konzerthaus, einen auf Puls4. Was gibt’s denn da zu hören?

Ines Schüttengruber: Da gibt’s barocke Arien, aber auch Mozart, Puccini und Verdi – also quer durch!

Bei Ihnen wird aber nicht gesungen, sondern gepfiffen. Das hört sich ja eher nach vorletztem Jahrhundert an, Nikolaus Habjan dagegen sehr nach heute. Wie passt das zusammen? Und wie passt das zu einem Konzertflügel?

Schüttengruber: Wunderbar! Wir haben das ja auch schon in Melk gemacht. Und mit der Orgel klingt Nikolaus Habjan wie eine Solopfeife – wir nennen das ‚Luftkunst‘!

Fehlen da nicht, gerade bei einer Arie, die Worte? Und begleitet sich ein Pfeifer anders als ein Sänger?

Schüttengruber: Der Nikolaus erzählt ja, vor jedem Stück… Und man sieht ihm auch in jedem Stück den Theatermenschen an. In der Begleitung ist es natürlich anders als bei einem Sänger, aber bei ihm hört man so viele Nuancen, da kann ich auch meine Leise-Palette auspacken [lacht]!

Zu hören sind Sie am Donnerstag im Online-Konzert-Kanal des Wiener Konzerthauses und am Freitag im „Roomservice“ am Vorabend von Puls4. Wie geht Musik – mit Abstand?

Schüttengruber: Das sind einfach jetzt neue Formate, und ich kann mich gut darauf einstellen. Es ist auch eine ganz andere Spannung, in einem leeren Saal. Und bei Puls4 ist das eine gute Möglichkeit, Musiker auch finanziell zu unterstützen, da die Beiträge direkt den Künstlern zugutekommen. Und was den Abstand betrifft: Jetzt muss die Zeit der Organisten kommen!

Sie leiten auch die Sommerkonzerte im Melker Stift. Was gibt’s da heuer zu hören?

Schüttengruber: Die Sommerkonzerte im August – 22 wären es heuer gewesen, darunter auch das 50-jährige Orgel-Jubiläum am 15. und 16. August – haben wir abgesagt. Ich hoffe aber, wir geben noch Orgelkonzerte…

Was kommt als Nächstes?

Schüttengruber: Im Mai wäre ich heuer in Rom gewesen, im Petersdom, und in Jerusalem… Das wird aber hoffentlich nachgeholt. Mit Nikolaus Habjan wird’s weitergehen. Und mit Saxofon waren wir gerade in Bad Schönau, für neue Videoaufnahmen…