Judith Franks Musik bewegt – zum Tanzen oder innerlich. Judith Frank, Sängerin und Skolka-Frontfrau, sprach mit Michaela Fleck übers Durchatmen, Zeitnehmen und Mitschwitzen.

Von Michaela Fleck. Erstellt am 24. Juni 2020 (05:59)
Judith Frank
Reidinger

NÖN: Diesen Freitag kommt die neue Single von Skolka heraus. Wie klingt die denn?
Judith Frank
: Kraftvoll und tanzbar. Sie hat aber auch ruhige Momente, wo man durchatmen kann.

„Luft“, so der Titel, hört sich ja auch nach Freiheit an, nach Leichtheit, nach Frische. Wie passt das zu viermal Blech? Und zweimal E-Gitarre? Und können die auch ganz leicht?
Frank: Ich denk, in der Nummer ist schon eine neue Facette zu hören. Die Bläser haben einen neuen Esprit. Und wir haben uns dafür auch relativ lang Zeit – oder Luft – genommen. Das hat gut getan! Aufgenommen haben wir sie im Februar, im März haben wir sie dann mit Mund- und Nasenschutz im Studio fertiggemischt.

Ungewöhnlich ist ja nicht nur die Besetzung der Band. Sondern auch der Stil. Für den gibt’s zwar zwei Worte, Ska und Polka, aber keine Schublade. Macht es das schwieriger?
Frank: Wir haben dieses Thema auch bandintern schon ganz oft und ganz lang diskutiert. Wir passen halt in keine Schublade. Und wir sind halt neun (unseren Tontechniker zählen wir immer gleich dazu), da ist auch die Größe ein Thema. Wir sprechen manchmal vom Skolka-Gefühl. Das ist auch nicht die Musik, die man sich im Wohnzimmer aufdreht. Das muss man erlebt haben!

Das Weinviertel, wo Skolka herkommt, ist nicht gerade die Drehscheibe der Musikindustrie. Macht’s gerade das so authentisch?
Frank: Das ist bei uns einfach entstanden. Wir haben begonnen mit Coverversionen. Dann wollten wir eigene Sachen schreiben. Und durch Zufall ist ein Lied im Weinviertler Dialekt entstanden. Das sind ja auch die Wurzeln der Polka. Uns war aber immer wichtig, dass Musik bewegt – zum Tanzen oder innerlich.

Alben gibt’s (erst) zwei. Das nächste soll nächstes Jahr kommen. Und dann? Und stehen Sie lieber auf der Bühne oder im Studio?
Frank: Wir stellen uns oft vor, wie wird’s sein, wenn wir’s spielen. Mir fehlt dieser reale Kontakt, der Austausch, das Gemeinsam-Schwitzen… Wir haben viel verschoben. Aber im Spätsommer oder im Herbst wird es eine EP geben, mit „Luft“ und ein paar anderen Nummern. Und dann schauen wir, wie sich’s weiterentwickelt…