Lisa Kolb: Die Natur vor der Haustür erleben. Lisa Kolb, Kultur- und Naturvermittlerin im Museum NÖ, sprach mit Sophie Kronberger über Artenvielfalt, Ausstellungen, Ameisen.

Von Sophie Kronberger. Erstellt am 29. April 2021 (02:58)
Lisa Kolb
Museum NÖ

NÖN: Sie sind die Organisatorin der erstmals auch in St. Pölten stattfindenden „City Nature Challenge“. Was passiert da?

Lisa Kolb: Bei der „City Nature Challenge“ handelt es sich um ein Citizen Science Projekt mit dem Ziel, die Artenvielfalt in zehn österreichischen Städten – darunter drei in NÖ: St. Pölten, Krems und Waidhofen/Thaya – zu untersuchen. Von 30. April bis 3. Mai sind die Bürger und Bürgerinnen aufgefordert, mit ihrem Smartphone vor die Haustüre zu gehen, wilde Tiere, Pflanzen und Pilze im Stadtgebiet zu fotografieren und dies in die App iNaturalist hochzuladen. Die App macht dann Vorschläge, um was es sich handeln könnte. Wenn man natürlich weiß, welche Ameise oder welcher Käfer das ist, dann kann man das auch selbst eingeben.

Was soll da fotografiert werden?

Kolb: Das wollen und können wir gar nicht vorgeben. Wir sind gespannt, was die Niederösterreicher und Niederösterreicherinnen alles beobachten und dokumentieren werden. Eigentlich war die Challenge zunächst als Wettbewerb unter den teilnehmenden Städten gedacht, während Corona soll aber das Miteinander im Fokus stehen.

Wie macht man Natur erlebbar und vermittelt sie – gerade in Zeiten von Corona?

Kolb: Da steht bei uns der Museumsgarten mit 2.500 Quadratmetern und 300 einheimischen Pflanzenarten im Zentrum der Vermittlungsarbeit. Ab Mai haben wir jeden Dienstagnachmittag Fütterungen, denn neue Tiere sind bei uns eingezogen. Nattern, Smaragdeidechsen und Schildkröten kann man da beobachten. Jeden ersten Sonntag im Sommer gibt es dann einen Stationenbetrieb im Museumsgarten, wo besonders die kleinen Besucher und Besucherinnen auf ihre Kosten kommen.

Im Oktober startet dann die neue Sonderausstellung „Wildnis Stadt“. Worum geht’s da?

Kolb: Die Artenvielfalt ist ja in Städten deutlich höher als in umliegenden Gebieten, da Städte kleinstrukturierter sind. In der Ausstellung werden also die verschiedenen heimischen Arten vorgestellt sowie Tipps und Tricks gezeigt, um das Zusammenleben mit den tierischen Mitbewohnern in der Stadt zu verbessern.

www.museumnoe.at