Michael Roher: „Worte können ganz tief unter die Haut gehen“

Erstellt am 06. April 2022 | 03:58
Lesezeit: 3 Min
440_0008_8317878_noe14kirche_michael_roher.jpg
Liest am 7. April bei „Literatur im Kino“ in Langenlois und lebt und arbeitet in Baden: Michael Roher.
Foto: Roher
Kinderbuchautor Michael Roher sprach mit Gina Christof über Ideen-Automaten und Sprach-Spaß.
Werbung

NÖN: Diesen Donnerstag sind Sie mit Ihren Büchern „Kali kann Kanari“, „Wer stahl dem Wal sein Abendmahl?“ und „Seemannsgarn und Kaiserschmarrn“ im Langenloiser Vierzigerhof zu Gast. Motto der zwei Tage Literatur und Kino ist „Nöstlinger für Jung & Alt“, Sie sind auch Preisträger des ersten Christine-Nöstlinger- Preises. Wie nah stehen Sie dieser Autorin in Ihrer Arbeit?

Michael Roher: Ich finde, Christine Nöstlinger ist in ihrer Art zu erzählen sehr nah dran an der Welt der Kinder und ihren Themen. Das finde ich beeindruckend. Auch den Humor und die lebensnahe Sprache in Nöstlingers Geschichten mag ich sehr. Zu beurteilen, welche Gemeinsamkeiten und Unterschiede es zwischen uns gibt, finde ich schwierig. Das überlasse ich lieber den Lesern.

Sie arbeiten nicht nur als Autor, sondern auch als Spiel- und Zirkuspädagoge mit Kindern und Jugendlichen. Wie kommt man vom Zirkus zum Schreiben und Illustrieren?

Roher: Sowohl die Zirkuskünste als auch das Schreiben und Illustrieren von Geschichten sind gewissermaßen Leidenschaften von mir. Beide haben etwas sehr Verspieltes und beide haben mit Kindern und Jugendlichen zu tun. Gleichzeitig ist das Schreiben und Illustrieren etwas, wo ich sehr viel im Kopf bin und wo ich mehr oder weniger alleine mit mir und der Geschichte am Schreibtisch vor mich hin werkle. Im Zirkus dagegen bin ich unter Menschen und sehr im Moment. Das ist ein schöner Ausgleich.

Woher kommen die Ideen für Ihre Bücher?

Roher: Manchmal wäre es praktisch, einen Automaten zu haben, bei dem man einfach eine Münze reinwirft und eine Idee kommt raus. Aber so funktioniert das natürlich nicht. In Wahrheit kommen die Ideen von überall her und treffen mich meist unvorbereitet, wenn ich gerade unter der Dusche stehe oder durch den Wald spaziere. Ich sammle die Ideen in Notizbüchern. Und manche wachsen zu Geschichten, Gedichten oder Bildern.

Ihre Bücher tragen kreative Titel – wie beispielsweise „Fridolin Franse frisiert“. Was hat es mit der Sprache auf sich?

Roher: Ich finde, Sprache kann enorm viel. Worte können einem ganz tief unter die Haut gehen, sie können etwas in einem zum Klingen bringen. Sie können aber auch echt viel Spaß machen. Mit Sprache zu spielen hat etwas sehr Reizvolles. Deshalb mag ich auch Gedichte sehr gerne.

www.dum.at