Michaela Konrad: Die Faszination von Science-Fiction. Michaela Konrad, Cartoonistin, im Gespräch mit Thomas Jorda über die Faszination von Science-Fiction.

Von Thomas Jorda. Erstellt am 12. Februar 2019 (01:46)
A.C.Bermejo
Michaela Konrad,Cartoonistin, im Gespräch mit Thomas Jorda über die Faszination von Science-Fiction.

NÖN: Frauen und Science-Fiction ist selten Liebe auf den ersten Blick. Bloß: warum?

Michaela Konrad: „Frankenstein“ wurde von Mary Shelley geschrieben – und dieses Buch gilt als erster Scifi-Roman. Aber ja: Alle anderen Scifi-Romane, die ich gelesen habe, stammen von Männer. Weil Science-Fiction zu technikaffin ist? Vielleicht muss man nur genau suchen: Bevor Scifi als Literatur anerkannt worden ist, waren unter den Autoren auch Frauen.

Warum sind Sie von diesem Genre fasziniert?

Konrad: Die Verbindung von Wissenschaft und Fiktion. Da ich sehr an der Zukunft unserer Gesellschaft oder der Entwicklung neuer Technologien interessiert bin, komme ich immer wieder auf das Genre zurück.

Fühlen Sie sich von der männlichen Scifi- Blase verstanden?

Konrad: Haha, keine Ahnung. Unter all jenen, die meine Bilder mögen, gibt es auf jeden Fall auch Scifi-Fans, das weiß ich aus Gesprächen mit Ausstellungsbesuchern. Und diese Scifi-Fans waren alle Männer.

Ihre Arbeiten erinnern stark an die Comics der Fünfzigerjahre und lehnen sich an die Pop-Art an. Können Sie das unterschreiben?

Konrad: Ja. Inhaltlich unterscheide ich mich aber von diesen stilistischen Einflüssen.

Mit dem Buch „Mondwandler“ ist Ihnen eine sehr kunstvolle Graphic Novel gelungen. Wie schaut’s mit einem Nachfolgeprojekt aus?

Konrad: Dieses experimentelle Comic – eine Collage aus meinen Arbeiten und Zitaten von Apollo-Astronauten – ist eigentlich gar keine Graphic Novel. Ich weiß nicht, ob ich ein „richtiges“ Comic machen kann. Denn Erzählen ist nicht meine große Stärke.

Sie sind in der Ausstellung „Wettlauf zum Mond“ vertreten. Würden Sie gern dorthin reisen und in eine Rakete steigen?

Konrad: Theoretisch ja, praktisch wäre das unmöglich. Ich bekomme im Auto Angst, wenn jemand schneller als 100 km/h fährt.

Michaela Konrad, geboren 1972 in Graz, Künstlerin mit Schwerpunkt Illustration und Cartoon, stellt ihre Werke ab 24. Februar im Karikaturmuseum Krems in der Ausstellung „Wettlauf zum Mond! Die fantastische Welt der Science-Fiction“ aus.