Mirjam Unger über Raumschiffe und Filmpläne. Mirjam Unger, Regisseurin, Moderatorin & Kritzendorferin, sprach mit Michaela Fleck über Raumschiffe, Friedensfeste und Filmpläne.

Von Michaela Fleck. Erstellt am 30. Januar 2018 (00:28)
Pamela Russmann

NÖN: Diesen Mittwoch führen Sie bei der achten Verleihung des Österreichischen Filmpreises Regie. Was gibt’s denn da zu sehen?

Mirjam Unger: Eine Show im Science-Fiction- Stil. Und wir werden zwei Stunden abheben!

Wenn Sie Ihr „Spielort“, Grafenegg, an ein Raumschiff erinnert, gibt’s dann dort auch Sturmtruppen? Und Weltallschlachten?

Unger: Wir werden hoffentlich friedlich feiern! Es wird eine Band spielen, Gudrun von Laxenburg, die kommen in Raumanzügen auf die Bühne und machen spacigen Sound. Wir haben ein wunderschönes Bühnenbild, das mit Raumschiffen aus einem sehr ambivalenten österreichischen Film der 50er-Jahre spielt und auch politische Akzente setzt. Ja, und das Auditorium ist ja auch wie ein riesengroßes Schiff!

Hilde Dalik und Christoph Grissemann, die die Gala moderieren, könnten aber auch als Prinzessin Leia und Darth Vader durchgehen. Wie wichtig ist der Text zum Bild?

Unger: Halb/halb. Die ganze Show dauert 120 Minuten, es gibt 16 Zuspielungen zu den nominierten Filmen, die hab’ ich selber geschnitten. Und die Texte, die Mathias Zsutty und ich geschrieben haben, sind ein Bekenntnis zu Komödie und zu Humor.

Beim Motto „Into the future“ könnte man aber auch an Marty McFly denken, der 1985 durch die Zeit reiste. Wenn Sie in die Vergangenheit des Österreichischen Filmes reisen könnten: Was würden Sie ändern?

Unger: Sehr gute Frage. Unser großes Pro-blem liegt in den 30er- und 40er-Jahren, wo die vielen tollen Künstler, Billy Wilder und viele andere, vertrieben wurden und dann woanders Filme gemacht haben …

Ihr letzter Kinofilm, „Maikäfer flieg“, stand beim Österreichischen Filmpreis 2017 gleich zweimal auf der Siegerliste. Wird Ihr nächster wieder realistisch? Oder utopisch?

Unger: Ich bin ein großer Science-Fiction-Fan, aber in Österreich einen Science-Fiction-Film zu machen, das bräuchte Jahre. Deswegen lebe ich das bei der Gala aus! Mein nächster Kinofilm dreht sich wieder um das Thema Kinder, aber diesmal im Jetzt. Es geht um zwei Roma-Kinder nach Michael Köhlmeiers „Das Mädchen mit dem Fingerhut“. Wir haben schon Hauptdarsteller und Locations und wollen Anfang 2019 in Wien und NÖ drehen.