Monika Sommer über die Aufgabe ihres Museums. Monika Sommer, Direktorin des Hauses der Geschichte in Wien, im Gespräch mit Thomas Jorda über die Aufgabe ihres Museums.

Erstellt am 27. November 2018 (02:50)
Monika Sommer, Direktorin des Hauses der Geschichte in Wien, im Gespräch mit Thomas Jorda über die Aufgabe ihres Museums. Julia Stix
Julia Stix

NÖN: Ihren Job als Direktorin wollten viele. Was können Sie, was andere nicht können?

Monika Sommer: Mein Schwerpunkt war stets die Geschichtsvermittlung. Die Schnittstelle zwischen fundierter wissenschaftlicher Arbeit und der Auseinandersetzung mit Museologie im Praktischen wie im Theoretischen, das ist das Rüstzeug meiner Arbeit.

Sie wollen Wissen unters Volk bringen?

Sommer: Museen sind für mich wahnsinnig spannende Orte der Geschichtsvermittlung – weiterzugeben, was die Wissenschaft an neuen Erkenntnissen erarbeitet hat.

Heißt Ihr Museum bald Haus der Republik?

Sommer: Das ist eine Idee. Wichtiger noch als die Namensdebatte ist aber eine klare Zukunftsperspektive. Der Name ist für mich offen und nachgereiht. Mein wissenschaftlicher Beirat rät eher ab davon. Es wäre offensichtlich eine Ausblendung der Jahre, in denen es keine Republik gegeben hat.

Sie könnten bald dem Parlament gehören statt der Nationalbibliothek. Ein Problem?

Sommer: Gehören, das ist ein schwieriger Begriff, wir gehören den Steuerzahlern. Wir brauchen einen klaren juristischen Rahmen, einen Ort und ein Budget.

Angeblich kann es gar nicht genug Häuser der Geschichte geben …

Sommer: Ich finde es positiv, dass man in den Bundesländern neu den Fokus in Richtung Geschichte lenkt, dass die Landesmuseen das stärker wahrnehmen.

Eifersucht gibt’s keine?

Sommer: Ich sehe etwa mit St. Pölten wirklich kein Problem. Es gibt auch viele Kunstmuseen. Warum soll es nicht auch mehrere Museen für Geschichtsvermittlung geben?

Was wollen Sie Menschen lehren?

Sommer: Dass jeder in der Gegenwart ebenso Handlungsspielräume hat, wie sie die Menschen in der Vergangenheit hatten. Geschichte wird gemacht! Und mir geht es nicht um eine Nabelschau eigener Leistungen, sondern um ein konstruktives Nachdenken über dieses Österreich.