Peter M. Preissler im Gespräch. Peter M. Preissler, Regisseur und Schauspieler, sprach mit Michaela Fleck über Beamte, Geister und Musikkapellen.

Von Michaela Fleck. Erstellt am 09. Januar 2018 (02:41)
Theater zum Fürchten
Peter M. Preissler

NÖN: Diesen Samstag feiern Sie in Mödling Premiere. Was gibt’s da zu sehen?

Peter M. Preissler: Es geht um einen Stationsvorstand, einen typischen, g’raden, korrekten Beamten, der vergisst, einen Signalhebel zu stellen, weil er durch einen Kuss abgelenkt wird …

Der Titel, „Der Jüngste Tag“, klingt ja mehr nach dem Jüngsten Gericht als nach einer Liebelei. Aber Erzengel und Flammenschwerter gibt’s bei Ihnen keine, oder?

Preissler: Jössas, nein! Aber es ist ja in gewissem Sinne ein Jüngstes Gericht. Eigentlich will er, nachdem Unglück mit 18 Toten und dem Mord an dem Mädchen, das ihn geküsst hat, zu einer höheren Instanz. Er will sich auch umbringen. Aber dann stellt er sich doch der irdischen Gerechtigkeit – das ist dann halt Horvath!

Die Geister der Toten treten auch auf. Ebenso die Frage nach Schuld und Sühne. Also Gerechtigkeit zwischen Zeugen und Zombies?

Preissler: Nein, die Geister sind bei mir ja gar nicht als solche zu erkennen. Aber ja, es geht immer um Schuld. Und natürlich ist es auch politisch. Was ich am interessantesten an diesem Stück finde, ist diese Wankelmütigkeit der Menschen …

Sie haben auch Trompete gelernt, bevor Sie Theaterwissenschaft studiert haben. Wie wichtig ist die Musik auf der Bühne?

Preissler: Ich hab’ das schon oft gemacht, zum Beispiel nur eine Bratsche als Bühnenmusik. Und in Mödling brauch’ ich jetzt Musik, weil es sehr viele Bilder sind. Aber ich möchte auch eine Musikkapelle haben, die Musikkapelle von Mödling – oder am liebsten so was wie die Biermösl Blosn!

In Mödling haben Sie aber auch schon Mitterer inszeniert oder Alfred Schmidt. Was hat das Stadttheater, was andere nicht haben?

Preissler: Ich bin sehr gerne da, das ist eine schöne Stadt. Und so ein schönes Jugendstiltheater – wo gibt’s denn das?

Wo wollen Sie unbedingt noch inszenieren?

Preissler: Ich hab’ gerade in München einen Riesenerfolg mit Turrinis „Josef und Maria“ gefeiert. Und am 3. März habe ich mit Ibsens „Gespenstern“ und Anja Kruse Premiere. Für Mödling fallen mir viele Sachen ein. Vielleicht mal was Musikalisches, eine Revue … www.stadttheatermoedling.at