Regisseurin Isabella Gregor: „Ein Highlight ist ein Moment des Glücks“

Erstellt am 27. Jänner 2023 | 04:23
Lesezeit: 3 Min
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Girls und Stars und Showbiz: Isabella Gregor bringt in Baden den Broadway auf die Bühne.
Foto: Sabine Hauswirth
Regisseurin Isabella Gregor sprach mit Gina Christof über Schönheitsideale, Träume und Musikalität.
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NÖN: Sie inszenieren im Stadttheater Baden „Funny Girl“, Premiere ist am 28. Jänner. Was gibt es da zu sehen?

Isabella Gregor: Schauspiel, Gesang und Tanz vom Feinsten. Das Stück ist eine wunderbare Liebesgeschichte vor dem Hintergrund einer großen Karriere, die es so tatsächlich gegeben hat: Erzählt wird die spannende Lebensgeschichte von Fanny Brice. Das Grundthema ist, dass es letztlich nicht darum geht, schön zu sein, um Erfolg zu haben, sondern darum, man selbst zu sein und seinen Träumen zu folgen.

Das zeigen auch die Lebensgeschichten von Fanny Brice und Barbara Streisand, die damals für die Rolle den Oscar erhalten hat. Beide sind keine klassischen Schönheiten, haben aber ein enormes Können und sind ihren Träumen gefolgt. Auch für mich erfüllt sich mit der Inszenierung dieses Stückes ein kleiner Kindheitstraum.

Wie bringen Sie den Broadway ins Stadttheater?

Gregor: Mit sehr viel Aufwand, alle Abteilungen des Hauses sind enorm gefordert. Es gibt 40 Rollen, 100 Kostüme, 20 Schauplatzwechsel. Wir machen es also mit allem, was die Bühne Baden zu bieten hat.

Ihr Vater Karl Österreicher ist Dirigent, ebenso Ihr Cousin Franz Welser-Möst. Inwiefern ist das Inszenieren wie das Dirigieren – nur eben anderer „Instrumente“?

Gregor: Also zuerst einmal bin ich unglaublich dankbar dafür, als Kind mit so viel Musik aufgewachsen zu sein. Diese Musikalität hilft mir enorm Musiktheater auf die Bühne zu bringen. Es gibt natürlich in den emotionalen Ausdrucksformen Parallelen wie Tempo, Phrasierung, Pianissimo, Fortissimo, Dynamik. Die Regie versucht dann aber, die Musik und den Text optisch umzusetzen. Im Endeffekt sind wir alle nachschaffende Künstler und Künstlerinnen und arbeiten mit vielen Menschen zusammen, die versuchen, ein gemeinsames Erlebnis zu kreieren.

Sie haben schon am Theater in der Josefstadt, in München, Erl, Mödling, Blindenmarkt und Klosterneuburg inszeniert. Was waren Ihre Highlights?

Gregor: Ein Highlight ist für mich immer, wenn in einem Moment etwas gelingt. Ein Moment des Glücks. Oder wenn ich etwas Neues dazulerne, über mich hinauswachse. So gesehen hat jede Produktion ihre Highlights und ist jede Produktion, an der ich gerade arbeite, mein Highlight.

Was haben Sie in diesem Jahr noch geplant?

Gregor: Ich werde gleich nach Baden am Gärtnerplatztheater in München eine Uraufführung inszenieren. Da freue ich mich sehr darauf. Ansonsten nehme ich mir diesen Sommer frei – durch Corona und alles, was sich dann an Arbeit angestaut hat, arbeite ich seit 2021 quasi durch und freue mich jetzt sehr, auf die private Auszeit.

www.buehnebaden.at