René Rumpold über Spießbürger und Stöckelschuhe. René Rumpold, Schauspieler, Sänger und Regisseur, sprach mit Michaela Fleck über Spießbürger, Stöckelschuhe & Ehrlichkeit.

Von Michaela Fleck. Erstellt am 13. Februar 2018 (00:50)
C. Husar

NÖN: Diesen Samstag feiern Sie im Badener Stadttheater Ihre jüngste Premiere. Was gibt’s denn da zu sehen? Und zu hören?

René Rumpold: Zu sehen gibt’s viele „herrliche“ Damen und viele hübsche Mädchen. Und zu hören gibt’s die tolle Musik von Jerry Herman, der ja nicht umsonst auch „Hello, Dolly“ geschrieben hat.

Seinem Titel nach könnte „Ein Käfig voller Narren“ ja genauso gut im Zirkus spielen wie im (Spieß-)Bürgertum. Oder nicht?

Rumpold: Es spielt ja auch nicht wirklich im Spießbürgertum. Wir haben nur zwei Spießbürger, die sich erst zurechtfinden müssen. Natürlich gibt es viel Klamauk und Komödie. Es gibt aber auch sehr viel Tiefgang. Und es geht ja nicht nur ums Schwulsein, es geht vor allem ums Anderssein.

Von Toleranz und Akzeptanz gegenüber Travestie-Queens und Nachtclubbesitzern war man in den 70ern, als Stück, Film und Musical Premiere feierten, weit entfernt. Hat sich daran 40 Jahre später etwas geändert?

Rumpold: Ich glaube nicht, dass sich viel verändert hat. Früher ist es stillgeschwiegen worden. Heute ist politische Korrektheit eine Modeerscheinung. Wir können im Theater vielleicht ein bissl zum Umdenken anregen – mehr nicht.

Die Zaza ist ja nicht die erste Frau, die Sie spielen. Da war auch in Baden die Edna in „Hairspray“. Da waren aber auch Macheath, Don Quichot, Jesus und viele mehr. Spielen sich die Frauen schwieriger? Und was machen Stöckelschuhe mit einem Schauspieler?

Rumpold: Für mich ist das nicht schwierig. Aber ich bereite mich auf solche Rollen intensiver vor. Ich heul’ auch bei jeder Probe. Weil ich mir vorstellen kann, wie sich Albin, also: Zaza fühlt. Das ist Ehrlichkeit!

Sie sind aber auch Opernsänger, Stückeschreiber, Pädagoge und Regisseur. Worauf könnten Sie am ehesten verzichten?

Rumpold: Ich könnte vielleicht, aber ich möchte nicht auf etwas verzichten müssen! Das Unterrichten ist was ganz Besonderes. Und Regie hat mich immer interessiert.

Und was wollen Sie unbedingt noch spielen?

Rumpold: Es gibt noch ein paar Rollen, wie den Professor Higgins. Und ich würde gerne noch mal eine „Carmen“ inszenieren …

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