Sebastian Radon: Schlaflose Nächte als Inspiration. Sebastian Radon, Achauer Musiker und Wiener-Blond-Hälfte, sprach mit Sophie Kronberger über schlaflose Nächte, Zweistimmigkeit und Wortakrobatik.

Von Sophie Kronberger. Erstellt am 28. Oktober 2020 (03:42)
Sebastian Radon, Achauer Musiker und Wiener-Blond-Hälfte
Konstantin Reyer

NÖN: Seit acht Jahren singen und musizieren Sie gemeinsam mit Verena Doublier als „Wiener Blond“. Ihre Musik ist außerordentlich vielfältig. Wie kann man das am besten beschreiben?

Sebastian Radon: Ich würde mich selbst als Wortakrobat mit einem Faible für Groove und Zweistimmigkeit bezeichnen. Bei Wiener Blond haben wir bis jetzt immer gesagt: Wir machen „Wienerlied-Beatbox-Pop“. Das mit dem Wienerlied trifft fürs neue Album jetzt nicht mehr so zu. Höchstens fragmentarisch in Text und Thematik.

Das dritte Studioalbum „Bis in der Früh“ erscheint Mitte November. Worum geht’s in Songs wie „Wach“, „Ned schlofn“ und „Guten Morgen Wien“ – und wie viel Schlafentzug war beim Schreiben der Texte tatsächlich im Spiel?

Die Songs sind im Laufe des letzten Jahres entstanden. An einem Punkt haben wir plötzlich bemerkt: Aha, da könnte ein Konzeptalbum daraus werden! Einige Songs handeln von den Randzeiten des Tages, und die eine oder andere schlaflose Nacht wird uns dabei schon inspiriert haben. Doch: Es gibt so viele unterschiedliche Gründe, warum man nicht schläft...

Das neue Album läutet auch eine „neue Wiener Blond-Ära“ ein, wie Sie schreiben. Was erwartet die Fans und Hörer in dieser neuen musikalischen Ära?

Auf „Bis in der Früh“ haben wir mit dem Musiker und Produzenten Albin Janoska einen größeren, vielschichtigeren Bandsound kreiert und dabei die ursprüngliche Herangehensweise – viel mit den Sounds unserer Stimme zu arbeiten – nicht außer Acht gelassen.

Am Samstag sind Sie auf der Bühne im Hof in St. Pölten zu Gast. Dieses Mal nicht nur mit der Loopstation im Gepäck, sondern auch mit Band-Begleitung. Wie wird das?

Das wird großartig! Im Duo können wir die Feinheiten unserer Texte gut transportieren – doch mit der Band kann man musikalisch dynamisch noch einmal viel mehr machen. Die Interaktion mit den Kollegen auf der Bühne macht große Freude.

www.wienerblond.at