Serafin zur Oper im Steinbruch: „Ganz oder gar nicht!“. Daniel Serafin, Opernsänger und Festspieldirektor, sprach mit Michaela Fleck über Träume, Spektakel, Wetter und Familie.

Von NÖN Redaktion. Erstellt am 13. Juli 2021 (06:09)
Daniel Serafin Symbolbild Oper im Steinbruch: „Ganz oder gar nicht!“
Daniel Serafin, Opernsänger und Festspieldirektor, sprach mit Michaela Fleck über Träume, Spektakel, Wetter und Familie.  Foto: Andreas Tischler
Andreas Tischler

NÖN: Diesen Mittwoch feiern Sie in St. Margarethen – endlich – Premiere, und zwar mit Puccinis „Turandot“. Wie wird denn die?

Daniel Serafin: Die wird, ich muss es so sagen, phänomenal! Und sie wird gigantisch – nicht nur wegen der 7.000 Quadratmeter großen Bühne. Wir haben auch 300 Personen auf und hinter der Bühne…

Daniel Serafin Oper St. Margarethen Steinbruch Symbolbild
„Das ist nicht nur Oper, das ist ein Erlebnis“: Direktor Daniel Serafin über den 2.000 Jahre alten Steinbruch in St. Margarethen, in den Regisseur Thaddeus Strassberger und Bühnenbildner Paul Tate dePoo heuer mit 50 Tonnen Gerüst, 30 Tonnen Bühnentechnik und 35 Tonnen Kulisse die Bühne für die „Turandot“ gebaut haben. Foto: Andreas Tischler
Andreas Tischler

Geplant war die „Turandot“ ja schon für 2020 – wurde aber, wegen der Pandemie, schon frühzeitig abgesagt. Heißt das, Sie hatten jetzt mehr Zeit? Oder mehr Aufwand? Und wie spielt man gerade große Oper, wenn es dazwischen so lange still war?

Wir waren natürlich vorbereitet, aber das wäre letztes Jahr nicht gegangen. Und heuer wussten wir erst im Mai: Ja, wir machen es! Puccini kann man nicht mit einem kleinen Orchester spielen oder ohne Chor. Und diese Bühne kann auch keine Kamera einfangen. Für mich war klar: Ganz oder gar nicht!

In einem Steinbruch spielt sonst keiner im Sommer (außer in Staatz). Was braucht der? Und ist der nicht selbst ein Hauptdarsteller?

Der Steinbruch ist omnipräsent, er ist der Protagonist, und ihm müssen sich alle fügen. Es ist die schönste und die einzigartigste Location. Der Steinbruch ist an sich schon ein Spektakel. Und in der „Turandot“ wird man heuer träumen, das ist ja ein Märchen…

Stichwort: Hauptdarsteller. Ihre Prinzessin Turandot ist Ihre Halbschwester, Martina Serafin, die in St. Margarethen auch schon eine umjubelte „Tosca“ gesungen hat. Macht es das leichter? Macht es das schwieriger?

Ich seh’ das ganz nüchtern und ganz professionell. Und das ist auch keine familiäre Sache. Martina hat ja schon an der Met in New York und in der Arena di Verona gesungen. Und sie spielt auch sehr natürlich, das ist ein Riesenbonus.

Sie selbst sind ja nicht nur Künstlerischer Direktor, Sie sind auch ausgebildeter Bariton. War das Singen im Steinbruch kein Thema?

2016 hab’ ich meinen Gesang ad acta gelegt. Und seither hab’ ich nicht zurückgeblickt! Ich weiß, wie schwer dieser Beruf ist. Und ich hab’ mich das für mich selbst entschieden. Mir ist es lieber, die jungen Kaufmanns und Netrebkos zu fördern.

Was wünschen Sie sich, für heuer? Und was kommt als nächstes?

Ein halbwegs erträgliches Wetter, das wünscht man sich immer, für ein Open Air Und was kommt, ist schon fix: Wir machen nächstes Jahr Verdis „Nabucco“, die war schon lange nicht im Steinbruch. Und man muss groß denken!

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