Stephan Rabl: "Gmündopia soll Ort der Begegnung sein". Stephan Rabl, Theatermacher und Festival-Leiter, sprach mit Sophie Kronberger über Woodstock, Don Quijote & Zukunftsstädte.

Von Sophie Kronberger. Erstellt am 12. Juni 2019 (09:18)
Kreuzberger
Stephan Rabl

NÖN: Niederösterreichs größtes Kinder- und Jugendtheaterfestival hat heuer von 14. Juni bis 14. Juli wieder ein Programm für alle Altersgruppen. Was ist denn das Besondere?
Stephan Rabl: Es ist natürlich alles außergewöhnlich wie immer, aber wenn ich nur eine Sache nennen muss, dann ist es „Gmündopia“. Zum 30-jährigen Grenzöffnungsjubiläum eröffnen wir eine Art Zukunftsstadt zwischen Gmünd und České Velenice, die auch ein Ort der Begegnung sein soll.

Seit 29 Jahren gibt es Szene Bunte Wähne, das vergangenes Jahr als Szene Waldviertel relauncht wurde. Was hat sich in diesen fast drei Jahrzehnten am meisten verändert?
Eigentlich alles, in den 90er-Jahren war die Kulturszene noch eine komplett andere. Und Szene Waldviertel hat sich natürlich mitentwickelt und ist immer stärker mit der Region verwachsen.

Ein Festivalhighlight ist auch Rock am Schrott in Irnfritz, wo mithilfe von vielen musikalischen Tributen 50 Jahre Woodstock gefeiert wird. Wie passen das Waldviertel und Woodstock zusammen?
Erstaunlich gut. Woodstock war ja die erste große Jugendbewegung im Bereich Musik. Das Festival fand in einer Kleinstadt außerhalb von New York statt und trotzdem sind Massen hingepilgert. Bei Szene Waldviertel wird ja auch Tanz, Musik, Theater und vieles mehr in kleinere Orte gebracht, die dadurch belebt werden.

Zum zweiten Mal steht die Stadt der Kinder am Programm, die an unterschiedlichen Orten in Horn spielt. Wie wichtig ist es, Kultur an Bühnen zu bringen, die keine sind?
Es ist eine Herausforderung und ein Reiz zugleich. Man muss darauf eingehen, was der Raum einem gibt, und sich fragen, wie setzt man Künstler und Projekte in diesen Raum. „Don Quijote“ etwa ist ganz bewusst für die Burg Raabs gemacht, da geht das Publikum mit den Schauspielern durch die Burg und auch ins Freie. Die gesamte Burg wird damit zum Bühnenbild, zum Live-Erlebnis.

Was steht als Nächstes auf Ihrem persönlichen Programm?
Zunächst freue ich mich auf die Eröffnung des Festivals am Freitag, und dann erst plane ich meine nächsten Projekte.

www.szenewaldviertel.at