Wolfgang Kühn: „Die Trauben werden rundum gelesen!“

Wolfgang Kühn , Literat und Literaturfestivalmacher aus Langenlois, sprach mit Michaela Fleck über Trauben, Stars und Stiegen.

Michaela Fleck
Michaela Fleck Erstellt am 23. September 2021 | 02:49
Wolfgang Kühn
Wolfgang Kühn
Foto: Halbmayer

NÖN: Dieses Wochenende laden Sie zum 15. Mal zur Septemberlese nach Langenlois. Wie wird die denn?

Wolfgang Kühn: Das wird ein kleines Jubiläum – nur Torte gibt’s keine [lacht]. Aber wir haben diesmal ein ziemliches Staraufgebot!

David Schalko und Mieze Medusa stehen da auf der Gästeliste, Franzobel und Stefan Slupetzky. Waren die schon mal da?

Kühn: David Schalko und Heidelinde Gratzl, die mit ihrem Akkordeon kommt, waren noch nie da, Stefan Slupetzky war zwar nicht als Literat, aber als Musiker dabei, und Franzobel war einer der allerersten, die 2007 im September gelesen haben.

Was wird denn bei Ihnen gelesen? Worte? Trauben? Und warum gerade im September?

Kühn: Die Trauben werden rundum gelesen, heuer startet ja die Weinlese ziemlich spät. Sonst ist sie zu unserer Septemberlese meist schon vorbei. Damals, vor 15 Jahren, waren die kulturellen Veranstaltungen im Herbst noch recht dünn gesät. Heute hat sich da viel geändert. Und die Verlage haben ja neben dem Frühjahrs- auch ein Herbstprogramm. Da les’ ich dann rein und schau, was passen könnte. Und heuer ist es tatsächlich so, dass alle fünf Autoren aus Werken aus 2021 lesen, die zum Teil erst im Sommer geschrieben wurden – also im wahrsten Sinn ein heuriger Jahrgang!

Gelesen wird im Stiegenhaus des 40er-Hofs in Langenlois. Aber Stiegensteigen muss man da beim Zuhören nicht, oder doch?

Kühn: Der Ort ist eigentlich eine Ausstellungshalle. Und Stiegenhaus heißt es, weil es über mehrere Stockwerke geht. Im Untergeschoss gibt’s die Lesungen und den Büchertisch, im Obergeschoss die Gastronomie, mit viel Glas und einem wunderbaren Blick auf Langen- lois… Und es ist schön, dass man danach auch wieder diskutieren und gustieren kann. Das war voriges Jahr ein bisschen schwierig, fast schon gespenstisch.

Und wie passt die Musik, zum Lesen?

Kühn: Die spannt einfach einen schönen Bogen. Voriges Jahr hatten wir Geiger Aliosha Biz, heuer passt das Akkordeon…

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