Wolfgang Kühn über Musik im Kopf und Poesie im Dialekt. Wolfgang Kühn,Zöbinger Autor, Herausgeber & Liedermacher, sprach mit Michaela Fleck über Musik im Kopf und Poesie im Dialekt.

Von Michaela Fleck. Erstellt am 16. April 2019 (01:48)
Wolfgang Kühn
Bayerle

NÖN: Gleich nach Ostern erscheint der jüngste von Ihnen herausgegebene Band der Literaturedition NÖ. Was gibt’s denn da zu lesen?

Wolfgang Kühn: Zehn noch nicht so bekannte Autorinnen und Autoren aus Niederösterreich mit zehn neuen Texten zum Spannungsfeld Stadt und Land.

„Auftauchen“ ist der Titel der Anthologie. Das klingt mehr nach Meer als nach Stadt und Land. Und mehr nach Schwimmen als nach Schreiben. Gehört das ohnehin zusammen? Und ist Ihre Reihe auch so etwas wie ein Sprungbrett in den Literaturbetrieb?

Kühn: Ja, so ist es gedacht! Wir haben schon alle Viertel und die Donau abgehandelt. Jetzt wollten wir etwas Neues machen. Und nur nach Texten zu fragen ist schwierig.

Sie stehen als Herausgeber im Impressum. Sie sind aber auch selbst Schriftsteller. Macht es das leichter? Oder schwieriger?

Kühn: Wenn ich Herausgeber bin, halt’ ich mich zurück [lacht]. Aber das Thema hätte auch zu mir gepasst.

Geschrieben haben Sie aber auch für die Konzertbühne – für „Zur Wachauerin“ und gerade wieder für Vesselsky/Kühn. Brauchen Texte Töne? Und wie wichtig ist da der Rhythmus?

Kühn: In die Musik greif’ ich ja nicht ein. Aber wenn ich was schreibe, dann weiß ich immer schon, wie’s klingt. Und ich hab’ lustigerweise meistens auch schon die Musik dazu im Kopf …

„Melancholisch“ seien die Lieder Ihrer zweiten CD mit Irmie Vesselsky „wia waun“, und auch „alltäglich“. Der Dialekt passt da ja wunderbar. Ginge das auch auf Hochdeutsch?

Kühn: Für mich ist der Dialekt immer der direktere Zugang. Man erreicht die Menschen schneller, es ist rhythmischer und poetischer. Hören kann man unsere Lieder allein, aber auch live. Im Oktober etwa sind wir beim St. Pöltner „Blätterwirbel“ …

Was kommt als Nächstes? Was Literarisches? Was Musikalisches? Oder ganz was Anderes?

Kühn: Es wird im September wieder einen Band mit Dialektminiaturen von mir geben. Und irgendwann möchte ich auch wieder für „Zur Wachauerin“ schreiben. Die Sachen liegen ja auf der Straße. Manchmal muss man sie nur aufheben! Da tut man sich zu Fuß oder mit dem Rad, wie ich meistens unterwegs bin, leichter …