Nachhaltigkeit auch 2014 beim "Tomorrow" Festival im AKW Zwentendorf. Das Areal des nie in Betrieb gegangenen Atomkraftwerks Zwentendorf wandelt sich ab morgen, Donnerstag, für drei Tage zu einem musikalischen Treffpunkt.

Erstellt am 28. Mai 2014 (15:46)
NOEN, EVN / Raimo Rumpler
Das "Tomorrow" Festival setzt auch in seiner dritten Auflage neben den künstlerischen Acts auf Umweltthemen und Nachhaltigkeit. Motto 2014: "Nein zu gefährlichen Atommüll-Endlagern".

Radtour zum Festival

Aufgrund der großen Nachfrage werde heuer neben Wien zum ersten Mal auch aus St. Pölten und Melk zum Event geradelt, sagten die Veranstalter bei einer Pressekonferenz am Mittwoch in Wien. Begleitet werden die Biker von mobilen Soundsystemen und Lastenrädern für den gemeinsamen Gepäcktransport. Ungefähr zur Halbzeit erwarte die Radler dann ein Bio-Picknick mit regionalen Schmankerln, um auch wieder Kraft für die restlichen Kilometer bis nach Zwentendorf zu sammeln.

Neu sind weiters "Komposttoiletten"

Dabei handelt es sich laut Martin Aschauer von Global 2000 um einen Versuch, neben mobilen WC-Anlagen eine umweltfreundlichere Alternative anzubieten. Vor allem das Abwassersystem soll damit entlastet werden.

Wie bereits Tradition setze man auch 2014 bewusst auf Mehrwegbecher, "echtes Geschirr, das noch abgespült wird", und Bio-Produkte, so Aschauer. Da auch heuer für die kommenden Tage wechselhaftes Wetter mit Regen angesagt ist, bat er die Besucher bereits im Vorfeld, entsprechende Ausrüstung mitzunehmen. Die Bühnen seien schon zu 97 Prozent fertig aufgebaut, nun stehe nur noch "Tanzen, Diskutieren und Umweltschützen" am Programm.

Auf insgesamt fünf Stages werden in den drei Tagen mehr als 80 Acts stattfinden

Unter anderem treten Deichkind, Cro, Jennifer Rostock, die Donots und Kaiser Franz-Josef auf. Daneben gibt es Führungen durch das AKW Zwentendorf und zahlreiche Workshops, etwa "Aeriel Yoga", Bodypainting oder Siebdruck. In der "Danger Zone" tauchen Besucher in die Rolle von Atomphysikern ein.

Unterstützt wird das Festival auch von der Energie- und Umweltagentur NÖ

"Wir möchten die Menschen für einen Beitrag zur Energiewende motivieren", so Geschäftsführer Herbert Greisberger. Umweltminister Andrä Rupprechter (ÖVP) meldete sich mit einer Videobotschaft zu Wort. Zwentendorf sei das Symbol eines entscheidenden Wendepunkts in der österreichischen Energiepolitik: "Als Umweltminister glaube ich fest daran, dass ein Europa ohne Atomkraft möglich ist." Reinhard Uhrig, Geschäftsführer von Global 2000, betonte, dass ein solcher Weg machbar sei. Noch gebe es aber in der EU 131 Reaktoren.