Startschuss: Niederösterreichs Kultur wird "green". "Green Filming", "green events", "saubere Feste" - ab sofort soll Niederösterreichs Kultur (noch) nachhaltiger werden. Und hat dazu heute, Freitag, einen eigenen Nachhaltigkeitsstandard vorgestellt, der laut Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner flächendeckend umgesetzt werden soll.

Von Michaela Fleck. Update am 23. Oktober 2020 (20:34)

"Für mich ist Corona nicht nur ein Krankmacher, sondern auch ein Neumacher." Stellt Niederösterreichs Landeshauptfrau fest. Und hat heute, Freitag, die neueste Initiative des Landes präsentiert. Die widmet sich der Nachhaltigkeit. Und hat dazu schon im Jänner einen ihrer Leitbetriebe, die NOEKU, beauftragt, "ein klares Konzept" zu erstellen. 

Das liegt nun am Tisch. Ist 29 Seiten stark. Und umfasst einen ganzen Kriterienkatalog für Kulturveranstaltungen einerseits und für alle NOEKU-Betriebe andererseits. Der reicht vom Ort bis zur Technik, von der Unterkunft bis zum Catering und vom Abfall bis zur Kommunikation. "Wir haben uns", so Nachhaltigkeitsexperte Georg Tappeiner, "für diesen sehr ambitionierten Standard am Österreichischen Umweltzeichen orientiert." Dieser soll, so NOEKU-Nachhaltigkeitsbeauftragter Klaus Moser, als "Leitfaden" dienen und ist "als Prozess zu verstehen, der ab 2020/21 umgesetzt wird". 

Bei der Pressekonferenz (v.l.): Klaus Moser, Georg Tappeiner, Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner, Ursula Strauss und Martin Lammerhuber
NLK Pfeiffer

Beispiele oder auch Vorbilder in Sachen Nachhaltigkeit in der Kultur gäbe es allerdings schon jetzt. Das beweise etwa das Museum Niederösterreich, das noch im November mit dem Umweltzeichen ausgezeichnet werden soll. Das beweise aber auch die Filminitiative Evergreen, die, so Johanna Mikl-Leitner, für Europas Kulturmarken-Award nominiert sei. Niederösterreichs "beste Botschafterin" für Green Filming sei allerdings Schauspielerin und Filmakademie-Präsidentin Ursula Strauss. Die gebürtige Pöchlarnerin sieht in Sachen Nachhaltigkeit "schon sehr viele Erfolge" in der Filmbranche. Und erzählte auch von ihrem ersten, komplett "green" produzierten Film - ohne Plastikflaschen-Berge, mit wenig Fleisch am Speiseplan und mit einem Plumpsklo, mit Holzwänden, Herz und Sägespänen als "größter Innovation". "Das hat auch ganz viel mit Bewusstsein zu tun", so Strauss.

Und: Das hat auch viel mit Regionalität zu tun. Denn: "Die Regionalkultur ist für uns nachhaltig", hält auch Kultur.Regions-Geschäftsführer Martin Lammerhuber fest. Da gehe es auch um "Haltung" und um "Identität". Und da habe man noch sehr viel vor - und wolle sich dem NOEKU-Standard auch mit Schulungen und Seminaren anschließen. 

"Das Entscheidende ist das Tun", so Niederösterreichs Landeshauptfrau. Und sieht die Nachhaltigkeit "selbstverständlich" auch in der Förderpolitik verankert, wozu man in Niederösterreichs Kulturabteilung gerade die Förderrichtlinien adaptiere und die Kulturstrategie überarbeite, so NÖ Kulturabteilungsleiter Hermann Dikowitsch. Damit könne die Kultur, so Johanna Mikl-Leitner, auch ein "Turbo im Klima- und Umweltschutz" sein. Denn hier tue "einiges an Tempo gut".