GlobArt in Zwentendorf: Von der Macht der Tiere. Um Politik, Macht, Corona und bedrohte Tiere geht es dieses Wochenende in Zwentendorf.

Von Michaela Fleck. Erstellt am 28. Oktober 2020 (04:46)

Der Purpurreiher heißt Michael Niavarani. Der Schwarzstorch heißt Stefan Zach. Der Eisvogel heißt Toni Faber. Der Kormoran heißt Othmar Karas. Und sie alle (und noch ein paar mehr) geben diesen Freitag eine Pressekonferenz – eine (neue) Pressekonferenz der Tiere.

36 Jahre danach „eine neue Besetzung gesucht“

„Die hat ja schon einmal stattgefunden“, erklärt Heidemarie Dobner. 1984 war das, als man gegen den Bau eines Wasserkraftwerks in der Hainburger Au protestierte. 36 Jahre später hat man für die Pressekonferenz der Tiere „eine neue Besetzung gesucht“. Und „alte und junge Aktivistinnen“ (wie Othmar Karas, 1984 ebenfalls als Kormoran dabei, oder Freda-Meissner-Blau-Enkel Adam Pawloff, der als Laufkäfer am Podium sitzt) versammelt, um die jüngste Ausgabe der GlobArt Academy zu eröffnen.

„Macht“ hat die als diesjähriges Motto, nach dem „Leben“ 2019 und vor dem „Sinn“ 2021. Und will zwei Tage lang, am 30. und 31. Oktober, über die Macht der Politik, die Macht der Medien, die Macht des Geldes, die Macht des Klimas und die Macht der Musik nachdenken.

Und die Macht von Corona? Die steht zwar nicht am Programm. „Aber Ilija Trojanow, Matthias Horx oder Peter Weibel beschäftigen sich alle mit Corona. Und geben alle andere Antworten.“ Meint GlobArt-Generalsekretärin Heidemarie Dobner. Denn: Natürlich habe Macht jetzt eine andere Bedeutung. Und Freiheit habe sich jetzt in vielerlei Hinsicht relativiert.

Für all das „haben wir“, so Dobner, „auch einen Ort gesucht, der genau zum Thema passt.“ Und diesen im nie in Betrieb gegangenen Akw Zwentendorf gefunden. Dort, am Kraftwerksgelände, im Verwaltungsgebäude und vor allem in der monumentalen Maschinenhalle trifft man sich zur „Zukunftsprozession“, zu Vorträgen, Gesprächen, Morgenvorlesungen, Workshops, Spaziergängen, Lesungen und Konzerten.

„Wir brauchen wirklich eine Begegnung“, ist Heidemarie Dobner überzeugt, „nicht nur einen Live- Stream“. Den gibt es bei GlobArt 2020 auch, außerdem Abstand, Regeln und maximal Platz für 150 Teilnehmer. Und: eine Empfehlung für „bequeme Schuhe und warme Kleidung“. Und 2021? Trifft man sich im Stift Melk. Und im Kulturbezirk St. Pölten. Und denkt über den „Sinn“ nach…

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