Natalia Ushakova: „Ist ein Wunschkonzert“

Am 4. September lädt Natalia Ushakova in Baden zum Open-Air-Konzert. Der NÖN erzählte sie von Musik und Tanz als Herzöffner und einem Haus in NÖ als Lebensaufgabe.

Erstellt am 13. August 2021 | 05:18
Natalia Ushakova
Natalia Ushakova
Foto: NLK/Filzwieser

Region Semmering, wo genau, wird nicht verraten: Seit 2008 haben Sopranistin Natalia Ushakova und ihr Mann hier ein Haus. Eine Villa, erbaut 1904, die die beiden seit Jahren renovieren. Eine wunderschöne Lebensaufgabe nennt es die Sängerin mit schwärmerischer Stimme. Die neueste Errungenschaft: ein schmiedeisernes Eingangstor.

Trägt sie auf der Bühne sonst prächtige Kleider von großen Designern, so ist Natalia Ushakova in ihrer Freizeit eher leger unterwegs, sportlich, ganz ohne Stöckelschuhe. Denn am Land will sie: „Laufen gehen, Steinpilze suchen und Energie tanken in den Bergen. Fast jeder Künstler braucht die Nähe zu Natur“, ist sich Ushakova sicher.

In Niederösterreich finde sie genau das, so die Sängerin. Auch die Märkte, die Läden, die naturverbundene Küche und die viele Kultur im Bundesland haben es ihr angetan. „Grafenegg, Reichenau und die vielen kleinen Festivals – jeder findet hier sein Publikum“, ist Natlia Ushakova überzeugt.

Sommerarena Baden: Singen für die Seele

Das Badener Publikum sei für sie durch die seit Jahren wiederkehrenden Auftritte schon wie eine Familie geworden. Sie wolle bei dieser Veranstaltung immer etwas Neues und Außergewöhnliches bieten. Nach einem Jahr Pandemie-Pause soll ihr Open- Air-Event dem Publikum am 4. September vor allem eines bringen: „Seelenfrieden.“ „Wir haben alle eine schwierige Zeit erlebt. Ich habe ein halbes Jahr lang nicht gesungen und war sehr traurig deswegen. Jetzt singen wir, um unsere Seelen ein bisschen lustiger und leichter zu machen, unsere Herzen zu öffnen und mit Positivem zu füllen“, so Ushakova.

Das Programm von „Arien in der Sommerarena“ beinhaltet „gute Laune und bekannte Melodien“: Lehar, Puccini, Verdi, Strauß — dargeboten werden Opern-, aber auch Operettenarien. Begleitet wird die Sopranistin vom Orchester der Bühne Baden unter der Leitung von Dirigent Michael Zehetner. Eines steht für Ushakova jedenfalls fest: „Es wird ein richtiges Wunschkonzert.“

Ein Novum: Ushakova wird nicht nur singen, sondern zwischen den Gesangsnummern auch tanzen, und zwar im Contemporary-Stil. Für sie eine Premiere, eine „spannende Herausforderung und ein Experiment“. Nach ihrer Teilnahme an der ORF-Show Dancing Stars im vergangenen Jahr hat sie die Liebe zum Tanzparkett nämlich nicht mehr losgelassen, lacht sie. Dass sie ein halbes Jahr nicht gesungen hat und die generelle Situation mit den abgesagten Veranstaltungen habe sie sehr frustriert, so die Sängerin. Seit einigen Monaten trainiert Ushakova ihre Stimme jedoch wieder jeden Tag: Stimmübungen, Arbeit am Atem – „Wir sind Sportler, und unsere Stimmbänder sind kleine Muskeln, mit denen man viel arbeiten muss.“

Erfolgsgeheimnis: Verzicht und Disziplin

Mit Anna Netrebko, mit der sie am Anfang ihrer Karrieren im Theater putzte, um sich die Ausbildung am Rimsky-Korsakov-Konservatorium in St. Petersburg zu finanzieren, verbindet sie nach wie vor eine gute Freundschaft. Rivalitäten oder Neid gibt es da nicht, winkt Ushakova ab.

Was gute Sänger und Sängerinnen generell brauchen? „Unglaubliche Disziplin und den Verzicht auf bestimmte Dinge“, ist sich Ushakova sicher. Baletttänzerinnen, die kaum essen, „um wunderschöne Kunst zu machen“, bewundert sie, wie sie sagt. Durch die viele Bewegung bei Dancing Stars habe sie stark abgenommen, wirft sie selbst mehrmals im Gespräch mit der NÖN ein. Zuerst habe sie etwas Angst gehabt, durch den Gewichtsverlust auch an Stimmvolumen zu verlieren. Das Gegenteil sei passiert: „Durch die Bewegung des Körpers ist meine Stimme noch besser geworden!“

Was bringt die Zukunft für die Sopranistin?

Nächstes Jahr debütiert Natalia Ushakova als Carmen – auch diese Figur tanzt leidenschaftlich gerne. Eigentlich eine Mezzosopran-Rolle, für sie eine neue Herausforderung. Eine Traumrolle, die sie noch gerne singen würde: Gräfin Mariza. Und sonst? „Ich will reisen“, sagt Ushakova ohne zu zögern. „Ich habe in fast allen großen Opernhäusern gesungen, aber noch nie in der Pariser Oper – da will ich noch hin.“ Die Musik führt sie jedoch vor allem zu offenen, warmherzigen Menschen, meint die Sopranistin. Sie ist überzeugt: „Jeder, der Musik liebt, ist ein guter Mensch.“

Unter www.arienindersommerarena.at gibt es nähere Infos zur Veranstaltung für das Open-Air-Event am 4. September 2021 in der Sommerarena Baden.