Ortsvorsteher Martin Trat: Viel Zeit für neue Pläne. Die Pandemie plagt auch Weidling. Es gibt aber auch gute Neuigkeiten.

Von Thomas Török. Erstellt am 17. Oktober 2020 (03:34)
Alfred Harl vom Verein „Lebenswertes Weidlingtal“ (l.) und Ortsvorsteher Martin Trat geben Informationen zur aktuellen Lage in Weidling. Trotz ausbleibender Feste wird schon für die Zeit nach Corona geplant.
Török

Ortsvorsteher Martin Trat (VP) und der Obmann des Vereins „Lebenswertes Weidlingtal“, Alfred Harl, besprachen letzten Montagabend im Gasthaus Trat die derzeitige Situation in Weidling. Corona und die damit verbundenen Herausforderungen waren zwar das dominierende Thema, aber es gab auch viel Positives in Hinblick auf zukünftige Projekte zu besprechen. Der Ernst der Lage, in der sich die Dorfwirtschaft momentan befindet, wurde verdeutlicht, man ist aber dennoch optimistisch.

Trat, der selber Heurigenwirt ist, sieht das Coronaproblem für die Gastronomie in Weidling gesamtheitlich: „Hier profitiert keiner von den anderen Wirten, wenn wegen der Krise einer von uns pleitegeht.“ Er verdeutlicht, dass es hier keinen Spielraum für Konkurrenzdenken gibt. „Wenn ein Geschäft zusperren muss, ist es schlecht für ganz Weidling, denn dadurch wird der ganze Ort ärmer“, erklärt er die Wichtigkeit der Vielfalt für Weidlings Status als Heurigenort.

Wasserqualität top im Weidlingbach

Die Überprüfung der Wasserqualität im Weidlingbach – ein Jahresprojekt – wurde nun erfolgreich abgeschlossen. Nachdem dem Bach vier mal Proben entnommen wurden und das Wasser analysiert wurde, konnte die hohe Qualität endlich bestätigt werden.

„In enger Zusammenarbeit mit der Freiwilligen Feuerwehr Weidling und den Pfadfindern konnte man in den letzten Jahren eine groß angelegte Bachsäuberung durchführen“, erzählt Trat über die Maßnahmen, die zu diesem Ergebnis geführt haben. Diese Bachsäuberung fand heuer jedoch wegen Corona nicht statt.

„Wenn ein Geschäft zusperren muss, ist es schlecht für ganz Weidling.“ Ortsvorsteher Martin Trat (ÖVP)

Ein größeres Problem, das die Wasserqualität in der Vergangenheit in Mitleidenschaft zog, wurde auch benannt. „Viele Anrainer entsorgen leider ihren Grünschnitt in den Bach. Dieser ist nicht als Komposthaufen gedacht, und dieses Verhalten wirkt sich negativ auf die Wasserqualität aus“, mahnt Trat.

Die gute Beschattung des Bachs durch die Bäume hat eine gute Auswirkung auf Flora und Fauna. Nur die Graureiher dezimieren den Fischbestand. Eine Erweiterung des Bachbetts, das das Problem lösen würde, ist aufgrund der Gegebenheit leider nicht möglich.

Auch die Poller bei der Furt hatten einen positiven Effekt auf die Qualität des Bachwassers. Nun können die Kinder dort ohne Bedenken spielen.

Neue Feste für die Zeit nach Corona geplant

Die beliebte Riedenwanderung, die heuer wie auch die anderen Events wegen der Pandemie nicht stattfinden konnte, soll nächstes Jahr durch eine „Schmankerltour“ abgelöst werden. „Hier sollten Spezialitäten aus Weidling angeboten werden“, erzählt Alfred Harl. Die Einzelheiten müssen noch abgestimmt werden. „Wir planen nächstes Jahr auch wieder eine Talenteshow, allerdings in einem neuen Format mit neuen Ideen“, so Harl weiter. Ob es heuer einen Weihnachtsmarkt geben wird, bleibt abzuwarten.

Trat und Harl überlegen auch einen Abenteuerweg für Kinder in der Gegend des Rotgrabenbaches. „Es wäre eine Promenade vom Kindergarten entlang des Baches bis zum Friedhof angedacht“, so Trat über die in Frage kommende Stelle. „Leider scheitert die Realisierung noch an den Baubestimmungen und der Klärung der Haftungsfrage mit den Grundbesitzern“, erklärt der Ortsvorsteher.

Krauthahn ist Symbol für ganz Weidling

Mit Schmunzeln weisen die beiden Herren auch darauf hin, dass der Krauthahn nicht ausschließlich mit dem Heurigen Aigner assoziiert werden darf: „Er ist ein traditionelles Wahrzeichen für ganz Weidling!“