Preise zum Leben. Maja Haderlap, Autorin, Dramaturgin, Bachmann-Preisträgerin & Kärntner Slowenin, sprach mit Michaela Fleck.

Von Michaela Fleck. Erstellt am 28. Oktober 2014 (05:26)
NOEN, Max Amann
Maja Haderlap

NÖN: Am Mittwoch kommen Sie ins St. Pöltner Landestheater. Was gibt’s da zu hören?
Haderlap: Es gibt Texte von mir zu hören, Gedichte, Auszüge aus dem Roman „Engel des Vergessens“ und aus Essays.

„Personale“ klingt eher nach Bildern als nach Büchern. Wie stellt man Literatur aus? Und wie viel Persönliches verträgt ein Roman?
Literatur stellt man vor, indem man sie (vor)liest. Die Literatur braucht keine großen Ausstellungsräume, wobei es ganz nützlich sein kann, wenn man eine Schriftstellerin zu sehen bekommt …

Kann man von Lyrik heute überhaupt leben?
Anspruchsvolle Lyrik hat heutzutage einen schweren Stand. In Form von Schlagertexten konsumieren die Menschen Unmengen an schlechten Gedichten. Leben kann man von Poesie nicht.

Die Liste Ihrer Auszeichnungen ist fast genauso lang wie die Liste Ihrer Werke. Wozu braucht das Schreiben Preise? Und was macht der Bachmann-Preis mit einer Autorin?
Preise braucht man, um als Dichterin oder Schriftstellerin leben zu können – machen wir uns nichts vor. Der Bachmann-Preis bringt für Autoren viel mediale Aufmerksamkeit, mit der sie unterm Jahr nicht gerade überhäuft werden.

Was braucht die heimische Literaturszene derzeit am dringendsten? Geld? Mut? Leser? Oder Verse? Preise? Erinnerungen?
Alles, was Sie aufgezählt haben, und noch viel mehr.

Was wollen Sie noch verwirklichen?
Den Schreibtisch, an dem ich zurzeit arbeite, werde ich wieder öfter Richtung Theater verlassen.