Literaturpreis: 377 Mal blies der Wind. Zum 17. Mal hatte das Forum Land zum Literaturpreis geladen. Aus 377 Werken rund um das vorgegebene Generalthema "Wind", verfasst von 199 Autoren, wählte die Forum Land-Literaturpreisjury unter Vorsitz von Alfred Komarek die beeindruckendsten Werke. Die Gewinnerinnen wurden am Montagabend im Rahmen einer Preisverleihung im Schloss Weinzierl geehrt.

Von Christian Eplinger. Erstellt am 05. November 2019 (13:10)

Ein stimmungsvolles Ambiente für die bereits siebzehnte Literaturpreisverleihung der Initiative „Forum Land“ bildete das Schloss Weinzierl in Wieselburg, wo dieser Tage auch das 150-Jahr-Jubiläum der ältesten höheren agrarischen Bildungseinrichtung Österreichs gefeiert wird. Für den Literaturpreis wurden im Vorfeld rund 377 Werke von 199 Autoren aus ganz Österreich, aber auch aus den deutschsprachigen Nachbarländern eingesandt.  

Dementsprechend viel zu lesen hatte auch die hochkarätig besetzte Jury unter dem bewährten Vorsitz des bekannten Schriftstellers Alfred Komarek, der auch für das diesjährige Wettbewerbsthema „Wind“ verantwortlich zeichnete. „Besonders erfreulich ist es für mich, dass mit dem Thema so facettenreich umgegangen wurde - und wie ihm mit leichter Hand Gewicht zukam, wie präzise und einfühlsam das geschah. Alle drei Siegertexte haben etwas Schwebendes und gleichzeitig sind sie zutiefst geerdet, schlagen die Flügel und sind sich ihrer Wurzeln bewusst“, fasste Komarek die Entscheidung der Jury zusammen. 

Höfinger und Tanner: Förderung der Talente des ländlichen Raums

Was allen Einreichungen gemein ist: „Es gibt landauf landab viele Literaturpreise – doch keinen einzigen, der so klar und deutlich sagt wie der unsere, er sei dem ländlichen Raum gewidmet“, bekräftigte Nö. Bauernbunddirektorin und Forum Land-Obfrau Klaudia Tanner die Intention des Preises. „Unser Forum Land-Literaturpreis verfolgt zwei wesentliche Ziele: Zum einen wollen wir das Bewusstsein über das Leben im Land in unserer Sprache bewahren und darüber reflektieren, zum anderen wollen wir Talente des ländlichen Raumes fördern “, betonte der Vorsitzende des Forum-Land Arbeitskreises „Kultur in den Dörfern“, Johann Höfinger, den Auftrag des Wettbewerbs.

Frauen waren heuer beim Literaturpreis vorne

Bei der Ausschreibung zum Thema „Wind“ wurden in drei Kategorien Preise, dotiert mit jeweils 2.500 Euro vergeben, wobei diesmal ausschließlich Frauen als Preisträgerinnen hervorgingen: Die gebürtige Waldviertlerin (Drosendorf) und nunmehrige Wahl-Ötztalerin Christiana Pucher (Jahrgang 1954) überzeugte mit ihrem Gedicht „birknfrau“. In der Kategorie „Prosa“ ging die Klosterneuburgerin Johanna Sibera (Jahrgang 1947) mit ihrer Kurzgeschichte „Windsbraut“ als Gewinnerin hervor. Bei den „Jungen Autoren“ machte Elisabeth Halbmayr (Jahrgang 1989), Wienerin mit Amstettner Wurzeln, mit ihrem lyrischem Mundartwerk „Da Wind aum Laund“ das Rennen. Im Interview mit NÖN-Kulturredakteurin Michaela Fleck-Regenfelder sprachen die drei Gewinnerinnen über das Entstehen ihrer Geschichten und ihre Schreibtätigkeiten.

Die Siegerwerke wurden gekonnt von Schauspieler Martin Gesslbauer vorgetragen, als Virtuose auf der Steirischen umrahmte Franz Schaufler die Feier. Der Vorsitzende des Forum Land-Arbeitskreises „Kultur in den Dörfern“ Johann Höfinger führte als Moderator durch den Abend. Die Preisverleihung fand ihren gemütlichen Ausklang beim regionalen Buffet, gesponsert von der Niederösterreichischen Versicherung, statt.

Sammelband fasst interessanteste Werke zusammen

Die besten Manuskripte wurden in bewährter Weise in einem Sammelband publiziert. Die Anthologie „Wind“ ist im Österreichischen Agrarverlag erschienen und bildet mit 33 ausgewählten Gedichten und Geschichten einen Querschnitt der vielfältigen Einreichungen. Das Buch ist bei „Forum Land, Arbeitskreis Kultur in den Dörfern“ um 14,95 Euro erhältlich, Bestellungen telefonisch unter 02742/9020-2000 oder per Mail an office@noeforumland.at.

Über den Forum Land Literaturpreis

Der Literaturwettbewerb wurde im Jahr 2003 vom Forum Land-Arbeitskreis „Kultur in den Dörfern“ initiiert und wird in Kooperation mit den Niederösterreichischen Nachrichten und ORF-Land und Leute ausgetragen. Insgesamt wurden seit Bestehen des Wettbewerbs bereits 6.000 Manuskripte von rund 3.200 Autoren aus Österreich, aber auch aus den deutschsprachigen Nachbarländern eingereicht.