Großer Krieg & kleiner Tiger. Mit Roth und Janosch eröffnet das St. Pöltner Landestheater dieses Wochenende die heurige Herbstsaison.

Von Michaela Fleck. Erstellt am 29. September 2014 (09:47)
NOEN, Landestheater NÖ
Requiem für eine Ära: Joseph Roths »Radetzkymarsch« erzählt vom Niedergang der Familie Trotta - und der Monarchie. Ab 3. Oktober im Landestheater - mit: Michael Scherff, Jan Walter, Myriam Schröder, Pascal Groß & Aline Joers (von links).
Die einen ziehen in den Krieg. Die anderen ziehen ins Abenteuer. Die einen gehen bald unter. Die anderen gehen auf Reisen. Die einen feiern die Vergangenheit. Die anderen feiern ihre Freundschaft. Und alle stehen auf der Bühne. Genauer: auf der Bühne von NÖs Landestheater.

Das eröffnet am Wochenende seine heurige Herbstsaison. Mit zwei Premieren, die verschiedener nicht sein können. Und doch gar nicht so verschiedene Geschichten erzählen. Die erste, besser: die ersten beiden stehen am Freitag am Spielplan. Stammen von Joseph Roth. Heißen „Radetzkymarsch“ und „Die Rebellion“. Und erzählen von zwei Familien –  hochdekoriert die eine (nämlich die Trottas), kriegsversehrt die andere (nämlich die Pums).

„Die Monarchie zerfällt bei lebendigem Leib!“,
Graf Chojnicki zu Leutnant von Trotta im „Radetzkymarsch“

Aber beide am Abgrund einer Ära, die die Monarchie zu den Akten legt und den Krieg an den Küchentisch trägt. Philipp Hauß, Reinhardt-Seminarist, Schlingensief-Assistent und Burgtheater-Ensemblemitglied, hat Joseph Roths Schicksalsromane für St. Pölten dramatisiert. Und mit alten Bekannten und neuen Gästen (etwa Burgtheater-Mimin Myriam Schröder) inszeniert.

Die zweite Premiere zum Saisonstart hat Landestheater-Intendantin Bettina Hering gleich selbst inszeniert. Ohne großen Krieg, dafür mit einem kleinen Tiger und einem kleinen Bären. Die kommen aus Janoschs wunderbarer Wald- und Wiesenwelt. Und die wollen unbedingt, nein: nicht in den Krieg, sondern nach Panama …

Termine, Karten & Infos: www.landestheater.net