Profunde Therapie, rechtzeitige Vorsorge. Der Blick zurück

Erstellt am 15. August 2013 (11:00)
NOEN, zVg
Die Kardiologie und Herzchirurgie am St. Pöltner Landesklinikum gehören zu den bedeutendsten Herzstationen Österreichs. Foto: zVg
Älter werden, aktiv bleiben. Nach einem Bericht der WHO über einem Zeitraum von 1990 bis 2010 wurde in den westlichen Ländern Europas als Todesursache bei den Unter-65-Jährigen erstmals ein deutlicher Rückgang bei den Herz-Kreislauferkrankungen festgestellt. Die Spitze nehmen die Krebserkrankungen ein, weil davon bereits die junge Generation betroffen ist. Über die gesamte Lebenszeit liegen die im Alter von 40 bis 50 Jahre einsetzenden Herz-und Kreislauferkrankungen mit 40 bis 45 % als Todesursache vorne. „Neue Erkenntnisse und die ausgefeilte Technik helfen den Menschen, in einer besseren Lebensqualität aktiv und immer älter zu werden“, so der Kardiologe Primarius Harald Mayr.

Neue Methoden. In der Gründerzeit des St. Pöltner Herzzentrums (1992-1993) waren Herzoperationen bei Menschen über 80 Jahren eine Seltenheit. Heute ist jeder Fünfte der aus allen Landesteilen stammenden, rund 1.000 Patienten der Herzchirurgie pro Jahr über 80. Zu den Patienten zählte 1993 der frühere Landeshauptmann Siegfried Ludwig, der erfolgreich von einem Chirurgenteam operiert wurde. Die verfeinerte Operationstechnik macht heute eine Vielzahl der Eingriffe erst möglich bzw. viel sicherer – von der Bypass-Operation bis zur Implantation von Herzklappen-Prothesen. „Unsere Herzchirurgie steht für die Patienten aller NÖ Herz-Zentren offen“, betont Primar Christoph Holzinger. In manchen von diesen werden subkutan Herzschrittmacher, Defibrillatoren und Aortenklappen implantiert.

Heilen und Vorsorge. Manche Koronarerkrankung kann man auch durch Blutverdünnung und die medikamentöse Behandlung der Risikofaktoren Bluthochdruck, Blutzucker und Cholesterin in den Griff bekommen. So mancher könnte sich diese durch eine gesunde Ernährung ersparen. Viele essen zu viel Fett und zuckerreiche Speisen, zu wenig Reis, Kartoffel, Nudel, Obst und Gemüse, machen zu wenig Bewegung. Zu den Risikofaktoren gehören auch Rauchen und zu viel Alkohol. Eine vernünftige Lebensweise ist die beste Vorsorge. Aber sie erspart nicht die Vorsorgeuntersuchung, die jeder ab einem bestimmten Alter machen sollte und die großteils von Vater Staat bezahlt wird. Dabei können oft beginnende Krankheiten verschiedener Arten frühzeitig entdeckt und geheilt werden.

Ende der Serie.

Hans Ströbitzer