Zeit für Veränderungen in Reichenau. Ohne Schnitzler, dafür mit neuen Gästen, bekannten Stars und (wieder) einem Nestroy gehen die Festspiele Reichenau diesen Sommer in ihre 32. Saison.

Von Michaela Fleck. Erstellt am 16. Januar 2020 (14:24)
Zuckmayer und Roth an der Wand, Künstler und Leiter am Podium: Renate und Peter Loidolt (dritte von rechts und dritter von links) mit Hermann Beil, Maria Happel, Martin Schwab und Sascha Oskar Weis (von links) bei der traditionellen Programmpräsentation der Festspiele Reichenau im Wiener Café Landtmann.
NÖN / Fleck

"Veränderungen müssen sein." Stellt Renate Loidolt fest. Denn: "Eigentlich sind wir schon ein Altertum." Scherzt Peter Loidolt. Also hat man die Veränderung gleich zum Motto der mittlerweile 32. Festspielsaison gemacht. Die hat heuer keinen Schnitzler am Festspielprogramm, das am 3. Juli startet. Aber einen Nestroy. "Umsonst" kommt 2020 im Neuen Spielraum wieder - mit Michael Gampe als Regisseur und David Oberkogler und Nicolaus Hagg als den beiden "Schauspielern" (Premiere: 5. Juli). Von Nicolaus Hagg stammt auch die nächste Bearbeitung eines Doderer-Romans, "Die Wasserfälle von Slunj", die Beverly Blankenship inszeniert und unter anderen Mercedes Echerer nach Reichenau zurückbringt (Premiere: 6. Juli). 

Zurück auf den Regiesessel und auf die Bühne des Großen Saals kommt heuer auch Maria Happel - als Lavinia in Henry James' "Washington Square", zu dem Stefan Slupetzky die Bühnenfassung namens "Arme reiche Erbin" geschrieben hat (Premiere: 3. Juli). Und Hermann Beil macht heuer seine "elfte Inszenierung" für die Festspiele in Reichenau - von Carl Zuckmayers "Des Teufels General" mit einem Reichenau-Debütanten in der Titelrolle: Marcus Bluhm (Premiere: 4. Juli). "Das ist", so Renate Loidolt, "ein großer Brocken, aber es ist ein Genuss." 

Außerdem am Reichenau-Programm 2020: die "Literatur in Szene", die ab 11. Juli Joseph Roths "Die Geschichte von der 1002. Nacht" zeigt. Und Pianist Oleg Maisenberg, der am 19. Juli Schubert spielt. Außerdem auf der Reichenau-Gästeliste 2020: Martin Schwab, Daniel Jesch, Toni Slama, Chris Pichler, Alina Fritsch oder Sascha Oskar Weis. 

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