Österreicher hörten 2020 weniger Radio. Die Tagesreichweiten sanken sowohl bei den ORF-Radiosendern als auch den Privaten – die Marktanteile blieben jedoch stabil. Radio Niederösterreich bleibt regionale Nummer 1.

Von Sophie Kronberger. Erstellt am 05. Februar 2021 (11:55)
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Durch die verringerte Mobilität der Österreicher im vergangen Jahr wurde weniger Radio gehört, so die Zahlen des jüngsten Radiotests (die Reichweitenstudie für den Hörfunk) für das Gesamtjahr 2020. Demnach ist die Tagesreichweite der österreichischen Radiosender in der Gesamtbevölkerung im Vorjahr auf 75,7 Prozent gegenüber 77,3 Prozent im Jahr 2019 geschrumpft. Auch die tägliche Nutzung nahm ab. Hörer älter als zehn Jahre schalteten im Vorjahr im Schnitt 196 Minuten pro Tag das Radio ein – das sind fünf Minuten weniger als noch 2019.

Die Marktanteile der österreichischen Radiosender blieben hingegen größtenteils stabil. Der Marktanteil der ORF-Sender blieb wie schon 2019 auf 74 Prozent, wobei die öffentlich-rechtlichen Regionalsender (stabil mit 35 Prozent) vor Ö3 (2020: 30 Prozent, 2019: 33 Prozent) lagen. Die Privatsender erzielten gemeinsam 24 Prozent Marktanteil (2019: 25 Prozent), die RMS-Sender ebenso.

Radio Niederösterreich weiterhin regionale Nummer 1

Wie auch in den vergangenen Jahren sichert sich Radio Niederösterreich seine Pole Position im Bundesland. Der Marktanteil von Radio Niederösterreich in der Gesamtbevölkerung ab zehn Jahren von Montag bis Sonntag liegt derzeit bei 27 Prozent. Auch in der Kernzielgruppe der über 35-Jährigen bleibt Radio Niederösterreich auf einem hohen Niveau: mit einer Tagesreichweite Montag bis Sonntag von 30,1 Prozent und einem Marktanteil von 32 Prozent. Für ORF NÖ-Landesdirektor Norbert Gollinger zeigt der aktuelle Radiotest, dass sich die Hörer auch im schwierigen vergangenen Jahr auf das Angebot des Landesstudios verlassen haben: „Diesem Vertrauen wollen wir gerade in diesen herausfordernden Zeiten der Pandemie gerecht werden – mit einem stetig wachsenden Angebot an fundierten und täglich aktuellen Informationen.“

Leichte Verluste bei jungen Zuhörern

In der werberelevanten Zielgruppe der 14- bis 49-Jährigen verloren die öffentlich-rechtlichen Sender insgesamt an Tagesreichweite. Waren es 2019 noch 54,6 Prozent, so kamen sie im Vorjahr auf 51,2 Prozent. Die Privatradios erzielten 33,6 Prozent (35,8 Prozent). Ö3 war auch bei den unter 50-Jährigen tagesreichweitenstärkster Radiosender mit 36 Prozent (39 Prozent).). Die ORF-Regionalen liegen mit 14,8 Prozent (15,7 Prozent) etwas besser als Kronehit (13,4 Prozent nach 16 Prozent im Jahr davor). Ö1 blieb in der werberelevanten Zielgruppe mit 5,7 Prozent (5,8 Prozent) weitgehend stabil. FM4, das teilweise englischsprachige Jugend-Kulturradio des ORF, konnte seine Tagesreichweite jedoch leicht verbessern: In der Zielgruppe der 14- bis 49-Jährigen steigt die Tagesreichweite auf 5,5 Prozent im Vergleich zu 5 Prozent in 2019.