Regen und Kälte. von Donnerstag bis Samstag das Anti-Atom-Event in Zwentendorf.

Von Gerti Süss. Erstellt am 02. Juni 2014 (07:31)
NOEN, Thomas Peischl

Friedlich, fröhlich und mit zahlreichen mitreißenden Konzerten ging das dritte Tomorrow-Festival von Donnerstag bis Samstag in Zwentendorf über die Bühne. „Es hat keine gröberen Zwischenfälle gegeben“, zeigt sich Martin Aschauer, Sprecher des Veranstalters Global2000 zufrieden. An drei Tagen wurden insgesamt über 10.000 Besucher gezählt. Und das trotz kalter Temperaturen und eines verregneten Festivalstarts.

Neben den Konzerten konnten sich die Besucher auch heuer über Umweltschutz und die Gefahren der Atomenergie informieren oder sich bei kreativen Workshops austoben. Besonders sehenswert war die Ausstellung „Danger Zone“, wo die Folgen eines Super-Gaus mittels Multimedia-Show packend dargestellt wurden. Eine große Nachfrage gab es – sowohl durch Künstler und Besucher – bei den Kraftwerks-Führungen.

AKW wurde zur Partylocation

An den Abenden standen jedoch die Konzerte im Mittelpunkt der Umwelt-Party. Der erste Festivaltag war aufgrund des Regenwetters zwar eher schwach besucht, der Stimmung tat das aber keinen Abbruch. Gefeiert und getanzt wurde ja auch indoor, zum Beispiel im Atomkraftwerk bei österreichischen Bands wie Royal oder Gnackwatschn oder im Electronic Tent, wo die DJs bis sechs Uhr früh auflegten.

Ohne Regen, dafür bei immer noch kalten Temperaturen ging es am zweiten Festivaltag weiter

Überschattet wurde der Freitag zwar von der Absage von Eskimo Callboy. Dafür heizte zum Beispiel die Urban-Brass-Band Moop Mama den Gästen ordentlich ein. Und Jennifer Rostock lieferte einen unterhaltsamen Live-Auftritt, den nicht einmal Star-Rapper Cro toppen konnte.

Am Samstag fanden sich bei kurzem Sonnenschein schon am Nachmittag Hunderte Festivalgäste vor der Bühne ein. Dort lieferten zum Beispiel Young Rebel Set astreinen Britrock. Und die Donots zeigten, dass sie auch nach zwanzig Jahren live nur schwer zu toppen sind.
 

Vom französischen DJ-Duo Klingande erschien zwar nur einer, dafür war wie gewohnt ein Saxophonist und – neu – der Sänger der Austro-Beatbox-Band Mauf mit am Start. Das größte Highlight lieferten jedoch  Deichkind, die sich mit ihrer Bühnenshow selbst übertroffen hatten: So wagten sie sich nicht nur mit dem Schlauchboot, sondern auch mit einem riesigen Fass auf Rädern in die jubelnde Menge, die bei dem bunten Spektakel und den heftigen Beats nahezu ausflippte.