Erstellt am 26. August 2014, 00:02

von Verena Randolf

Rotraud Perner: "Fit wie ein junges Pupperl!". „Wissen Sie“, ruft Rotraud Perner, „mich regt das auf! Was soll das heißen ,umtriebig‘? Ich bin nicht ,umtriebig‘, ich übe nur meinen Beruf aus! Weil ich eine Frau bin, heißt es, ich wäre ein ,umtriebiger Tausendsassa‘. Wäre ich ein Mann, würde man einfach ,Universalgelehrter‘ zu mir sagen!“

Aufgewachsen ist Rotraud Perner in Wiener Neustadt, wo sie das Knabengymnasium besuchte. Kürzlich feierte die Autorin ihren 70. Geburtstag.  |  NOEN, Foto: www.esthercrapelle.com

Autorin Rotraud Perner ist damit, um Missverständnisse zu vermeiden, nicht umtriebig, aber viel beschäftigt. Mitte August feierte die Matzenerin, die man unter anderem als Beraterin der Ö3-Sexhotline an der Seite von Gerti Senger aus den 80ern kennt, ihren 70. Geburtstag. Beruflich leiser treten will sie wegen des runden Geburtstages nicht.

„Nicht, solange es meine körperliche Verfassung zulässt, und im Moment bin ich so fit wie ein junges Pupperl!“: In den kommenden zwei Monaten bringt Perner drei Bücher auf den Markt. Eines hat sie kürzlich erst veröffentlicht. Die studierte Psychotherapeutin beschäftigt sich mit verschiedensten Bereichen: Freiheit, Gleichheit, Menschlichkeit, der Stressbelastung von niederösterreichischen Schulwarten und mit dem großen Thema Einsamkeit.

Enger Zeitplan: "Ich arbeite jetzt wirklich hart"

Perner: „,Der einsame Mensch‘ erscheint im Oktober, das soll mein 50. Buch werden, und wenn bis dahin nichts Katastrophales passiert, müsste sich das auch ausgehen. Davor will ich aber mein allererstes Buch ,Zuliebe zu Leibe. Über die Möglichkeit und Unmöglichkeit kindlicher Erotik‘, das 1991 erschienen ist, noch einmal neu herausbringen. Mit aktuellen Beiträgen und Erkenntnissen. Das liegt mir sehr am Herzen!“

Der Zeitplan, in dem all diese Neuerscheinungen auf den Markt kommen sollen, ist jedenfalls streng: „Ich arbeite jetzt wirklich hart daran, diese Projekte fertigzustellen, damit ich mich im Herbst wieder voll auf mein Theologie-Studium konzentrieren kann. Da beginne ich mit der intensiven Arbeit zu meinem Master-Abschluss!“, erzählt sie.

Neben ihrer schriftstellerischen Tätigkeit hat sie das Theologie-Studium bisher in Mindeststudienzeit bewältigt. Kein Wunder, dass da keine Zeit zum Feiern des runden Geburtstages bleibt: „Ich feiere meine Geburtstage eigentlich nie“, erzählt sie, „von klein auf wurde bei uns zu Hause eigentlich nicht viel Wert auf so etwas gelegt …, aber wer weiß, in gemütlicher Runde beim Abendessen hole ich das dieses Jahr vielleicht noch nach!“