Schallaburg lädt ins "Indien der Maharadschas". Mit einem opulenten Eröffnungswochenende startet die Schallaburg ins Ausstellungsjahr 2013, das ganz im Zeichen der Schau "Das Indien der Maharadschas" steht.

Erstellt am 22. März 2013 (11:55)
Zur Ausstellung Schallaburg
NOEN, Hanni
Beim Pressegespräch am Freitag stellten Schallaburg-Geschäftsführer Kurt Farasin, Kurator Matthias Pfaffenbichler und Ausstellungsgestalter Marco Handsur das Ausstellungskonzept vor. Farasin, der den fünfmillionsten Besucher auf der Schallaburg erwartet: "Wir wollen das indische Sprichwort 'Der Gast ist Gott' umsetzen."

Von Vasco da Gama bis Mahatma Gandhi spannt sich der zeitliche Bogen. Aufgezeigt werden auch die Wechselwirkungen zwischen europäischer und indischer Kultur, zum Beispiel in Mode und Architektur. So sind die Vorbilder europäischer Renaissance-Gärten unter anderem auch in den Gärten der Großmoguln zu finden. Ebenso hat die europäische Kolonialherrschaft den indischen Subkontinent mitgeprägt.

Der österreichische Thronfolger Franz Ferdinand etwa hat sich auf seiner Indien-Reise 1892/93 nicht nur der Jagdleidenschaft gewidmet, sondern auch 2.000 Tagebuchseiten beschrieben. Ein wesentliches Indiz für die gelebte kulturelle Vielfalt des Landes stellt die Religion dar. Krishna, Rahma, Buddha und Jesus sind präsent - immerhin 24 Millionen Christen leben in Indien.

Nicht nur den Glanz, sondern auch die Schattenseiten von 450 Jahren indischer Kulturgeschichte wollte Pfaffenbichler auf 1.300 Quadratmetern Ausstellungsfläche darstellen. Auch wenn es schon im alten Indien Philosophinnen, Mathematikerinnen und Dichterinnen gegeben hat und Frauen in Sänften getragen wurden: Zu den - nicht zuletzt im Lichte der jüngsten schockierenden Nachrichten aus Indien - negativen Facetten zählt die Stellung der Frau in der indischen Gesellschaft zwischen Zwang und Freiheit.

Dass die präsentierten Themen vorwiegend rein oberschichtspezifisch orientiert erscheinen und virulente soziale und aktuelle politische Probleme ausgeblendet sind, kann allerdings als gewisses Manko der Schau empfunden werden.

Die mittlerweile 60. Ausstellung auf der Schallaburg wird am Wochenende mit Tanz, Musik und nicht zuletzt indischer Kulinarik eröffnet. Das Erlebnishafte steht im Vordergrund, ob beim Drehen am Schicksalsrad oder beim Erschnuppern von Gewürzen. Der historische Garten wurde zum kulturellen Begegnungsraum umgestaltet, die Beete vor dem Jägerstöckl sind in ayurvedische Pflanzungen verwandelt.

Yogaseminare und Meditationen zählen ebenso zum Rahmenprogramm wie eine Gartensommer-Vollmondnacht am 22. Juli, ein Literaturwochenende mit Josef Winkler und Ilija Trojanow (19./20. Oktober) und das abschließende Diwali-Lichterfest. Der Katalog enthält u.a. eine CD des Märchenerzählers Parvis Mamnun, 29 Autoren haben Beiträge u.a. zum museumspädagogischen Programm, zur Kolonialgeschichte, zum höfischen Leben der Frauen, über die Habsburger und Indien, über Feste und Gärten beigesteuert.