Programm 2022 als neuer Lichtblick für die Tullner Kultur

Erich Schindlecker zieht Bilanz und präsentiert weiteres Programm. Omar Sarsam bot letztes Highlight vor Lockdown.

Erstellt am 25. November 2021 | 05:21
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Zur letzten Vorstellung vor dem Lockdown im Danubium konnte Kultur-Manager Erich Schindlecker den Kabarettisten Omar Sarsam mit seinem neuen Programm „Sonderklasse“ begrüßen. Foto: Haslhofer
Foto: Haslhofer

Der nächste Lockdown ist da, aber zumindest für alle Kulturinteressierten gibt es tatsächlich Licht am Ende des Tunnels: Das neue Programm von TullnKultur und Donaubühne ist da und es ist prall gefüllt mit Highlights.

Auf wackeligen Beinen stehen die Auftritte von Manuel Rubey mit „Goldfisch“ am 10. Dezember sowie jener von „Lady Sunshine & Mr. Moon“ am 11. Dezember. In beiden Fällen müsste der Corona-bedingte Shutdown kürzer als erwartet ausfallen. Aber was aus heutiger Sicht als einigermaßen gesichert gilt, das findet ihr in unserer Programmübersicht ganz unten.

Es ist keine Kleinigkeit, wie sich unser Publikum an sich ständig ändernde Regeln angepasst hat.“ Erich schindlecker Kulturmanager

„Fest steht jedenfalls, dass wir unsere Spielserie ,Kabarett & Comedy‘, die wir 2021 auf der Donaubühne erfolgreich etablieren konnten, im kommenden Jahr fortsetzen werden“, verspricht Kulturmanager Erich Schindlecker. Er müsse auch ehrlich zugeben, dass es nur dank dieser neuen Schiene gelungen sei, das zu Ende gehende TullnKultur-Jahr zu retten.

„Ich weiß noch sehr gut, als wir bei der Kabarett & Comedy Auftaktveranstaltung mit Maschek im Mai bei 14 Grad im Freien fröstelten. Trotzdem haben sich alle wahnsinnig gefreut, einfach weil wieder etwas möglich war. Das war schon eine sehr besondere Stimmung“, erinnert sich Schindlecker.

Und noch etwas habe das Corona-Kulturjahr 2021 gezeigt, nämlich, dass doch alle im direkten Umgang miteinander eine Spur achtsamer und rücksichtsvoller geworden seien: „Alle reden ständig von einer Spaltung der Gesellschaft. Aber es ist keine Kleinigkeit, wie sich unser Publikum an sich ständig ändernde Regeln angepasst hat.“

Auch den auftretenden Künstlern streut Schindlecker Tullner Rosen: „Wie heißt es so schön: ,Absagen ist Gift‘ Und solange es irgendwie anders ging, war das bei uns nicht notwendig, weil alle Künstler das Programm mitgetragen haben, getreu dem Motto: ,Wenn im Publikum mehr Leute sind als auf der Bühne, dann spielen wir auch‘.“ Wobei das ein wenig übertrieben sei. „So eng wurde es glücklichweise nie“, betont Schindlecker.

Er will zeitgerecht vor Weihnachten das neue Programm bewerben und freut sich unter anderem, dass es gelungen ist, Mnozil Brass zu gewinnen. Und wenn der (Corona-)Tunnel noch so lange werden sollte: „Am Ende strahlen wieder ein Sommer und unsere Donaubühne.“

Abschied mit Arzt der Sonderklasse

Als letzter Künstler vor dem Lockdown war übrigens Publikumsliebling Omar Sarsam mit „Sonderklasse“ im Danubium zu sehen. Dabei erstreckten sich die vom Arzt und Kabarettisten behandelten Themen über Mehrklassenmedizin, Datenschutzgrundverordnungen und aktuelle Seuchen.

Omar Sarsam zitierte in seinem Programm aus natürlich nur „frei erfundenen“ Karenzprotokollen, in welchen die Kreativität der Ambulanzpatienten auf die Frage „Was führt Sie zu uns?“ ergründet wurde. Man konnte auch über seine Abenteuer mit tollwütigen Fledermäusen lachen – nur nicht über Spatzen, denn die sind für die Vogelgrippe zuständig. Auch den Leiden eines jungen Turnusarztes beim Legen der Venenzugänge wurde Platz eingeräumt. Musikalisch bewegte sich Sarsam zwischen modernem Pop auf dem Keyboard und der Gitarre, Beatboxing mit Mund und Querflöte und Sprechgesang.

Zum Beginn des inzwischen vierten bundesweiten Lockdowns, meinte der Künstler: „Ich bin gleichzeitig froh und traurig. Es ist völlig klar, dass wir zumachen müssen. Trotz dieses Timings ist aber jeder Abend mit dem Publikum speziell.“ Letzteres bewies Sarsam mit der Leidenschaft, mit der er den Abend ausfüllte und den gut besuchten Saal zu wirklich begeistertem Applaus animierte.

Er schloss mit der nachdenklich stimmenden und eindrücklich geäußerten Bitte, speziell in diesen Zeiten auf sich acht zu geben. Des Weiteren konnte man – wie bei jedem seiner Auftritte – für das Wiener Jugendrotkreuz spenden, das von so manchem Anwesenden genutzt wurde. Das nächste Mal wird Omar Sarsam am 29. Juli 2022 mit „Sonderklasse“ auf der Donaubühne zu sehen sein.