Schleier der Agnes am Ringturm. Die Wiener Städtische Versicherung widmet ihre sommerliche Verhüllungsaktion dem Stift. Hier finden Sie die Fotos vom Eröffnungsfestakt.

Von Thomas Jorda. Erstellt am 16. Juni 2014 (10:03)
NOEN, Robert Newald
Arnulf Rainers „Schleier der Agnes?“ mit seiner leuchtend gelben Pinselspur verhüllt den Wiener Ringturm.

Neunhundert Jahre ist das Stift Klosterneuburg alt; 190 Jahre die Wiener Städtische Versicherung. Doch verbindet die beiden viel. Immerhin zählte Gaudenz Dunkler, einst der Propst des Stiftes, zu den Gründern der 1824 entstandenen „Wechselseitigen k.k. priv. Brand schaden-Versicherungs-Anstalt“, aus der später die Wiener Städtische hervorgegangen ist. Die geschäftlichen Beziehungen zum Stift haben die beiden Weltkriege überstanden. Entsprechend beteiligt sich die Wiener Städtische auch am Jubiläum und widmet dem Stift die bereits siebente Verhüllung des Wiener Ringturmes. Ab Montag dieser Woche ist Arnulf Rainers Arbeit „Schleier der Agnes“ weithin sichtbar über die Sommermonate an der Fassade des Ringturmes zu bewundern.

Der nach Plänen des legendären Architekten Erich Boltenstern erbaute Ringturm wurde im Jahr 1955 als erstes Bürohochhaus in Österreich eröffnet und gilt als ein Meilenstein heimischer Architektur.

Das Werk des Bad Vöslauers Rainer gilt der legendären Gründungsgeschichte des Stiftes. Der „Schleier der Agnes“ verhüllt den Ringturm auf einer Fläche von 4.000 Quadratmetern (30 bedruckte Bahnen mit drei Metern Breite und 63 bzw. 36 Metern Länge). Kräftige wie nuancierte Pinselspuren in zahlreichen transparenten Überlagerungen verschmelzen zu einer abstrakten Gesamtgestaltung.

Eine leuchtend gelbe Pinselspur, die im vertikalen Bogen über zwei Seiten des Ringturms verläuft, hebt die strenge Geometrie auf und lässt das Gebäude grazil und leicht erscheinen.

Zusätzlich findet im Ringturm eine Ausstellung statt, die u. a. das für die Verhüllung verwendete Motiv im Original zeigt.