Ab in den Wald!. Bürgermeister Andreas Linhart, SPÖ, Kulturreferent Gerhard Feichter, ÖVP, als Veranstalter und Musicalstar & Wahl-Brunnerin Maya Hakvoort als Produzentin, haben das Geheimnis über die Sommerproduktion 2020 in Brunn am Gebirge gelüftet.

Von Christoph Dworak. Erstellt am 09. Oktober 2019 (21:49)
Rolf Bock
Produzentin Maya Hakvoort mit Bürgermeister Andreas Linhart (l.) und Kulturreferent Gerhard Feichter, die als Veranstalter fungieren.

Auf die zwar sehr erfolgreichen, dafür düsteren "Blutsbrüder" (2018) folgt mit Steven Sondheims „Into the Woods“ ein Musical für die ganze Familie. Von 16. Juli bis 7. August heißt es also "Ab in den Wald!"  Mit allem, was dazu gehört: Wünsche, Flüche, Prinzen, schöne und arme Mädchen sowie die böse listige Hexe.

Regisseur Dean Welterlein (legendärer "Rum Tum Tugger" der ersten Cats-Produktion in Wien) macht Lust auf Mehr, zumal einander bekannte Märchenfiguren Im "Magischen Wald" aufeinander treffen. "Alle haben Sehnsüchte und stoßen an ihre Grenzen", berichtet Welterlein. Es sei ihm ein Anliegen, die Moral der Geschichte - "Erzählt Kindern keine Märchen, sondern die Wahrheit" - auf die Bühne zu bringen, "ohne die moralische Keule zu schwingen".

Er verspricht ein "sehr komisches Stück". Das Choreografinnen-Duo Linda Hold & Birgit Noisternig hat aus Perchtoldsdorf nicht weit ins Veranstaltungszentrum BRUNO nach Brunn am Gebirge und bereits einen roten Faden zurechtgelegt: „Into the Woods“ sei "keine Tanzshow. Wir werden aber versuchen, durch die Choreografie die Charaktere zu unterstützen".

Auch "Fräulein Mai" Stephanie Lorenz-Stauffer wohnt als Maria Enzersdorferin quasi ums Eck: Sie spielt die Rolle des Rotkäppchens und geht davon aus, dass sie "ab sofort 10 Kilo abnehmen muss, da das Rotkäppchen ständig isst". Silke Braas-Wolter (Stiefschwester, Produktionsassistentin) ist ebenso Wahl-Brunnerin wie Hakvoort; ergo freut sie sich: "Es ist großartig, dass dieses tolle Ensemble zu mir nach Hause kommt".

Maya freut sich auf die lustige Rolle

Die Stückauswahl sei auf zwei Gründe zurückzuführen, betonte Hakvoort: "Wir wollten ein Stück für die ganze Familie." Und ihre Kinder hätten sie gefragt, warum sie immer Verrückte oder psychisch Kranke spielen müsse? "Kannst du nicht einmal eine Lustige spielen?" Gesagt, getan, 2020 ist Maya die Hexe. Aber keine Angst einflößende. Das durchaus herausfordernde musikalische Konzept übernimmt eine 6-köpfige Band unter der Leitung von Jeff Frohner.

Fans entscheiden auch über 2022

An die Musicalfans appelliert Hakvoort schon jetzt: "Wir wollen mit den Sommerfestspielen Zukunft in Brunn haben. Dazu brauchen wir ausverkaufte Vorstellungen, dann gibt's uns 2022 wieder." Angesichts des sensationellen Teams seien schon "50 Prozent im Kasten, den Rest müssen wir uns erarbeitet", schmunzelte die Produzentin. Übrigens: Beim Blind-Booking - man konnte im Vorfeld zu vergünstigten Preisen buchen, ohne zu wissen, was am Spielplan steht - wurden 160 Karten verkauft. Fast eine halbe Vorstellung. Und wer die Blutsbrüder verpasst hat, muss nicht verzagen: von 28. bis 30. November – jeweils 19.30 Uhr, gibt's im  BRUNO eine Wiederaufnahme.

Das Stück:  "Into the Woods" ist ein Musical mit Musik und Liedtexten von Stephen Sondheim, dem mehrfachen Grammy-Award-Winner (Text zur Westside Story, Sweeney Todd). Das Buch stammt von James Lapine und ist inspiriert von Bruno Bettelheims Buch "Kinder brauchen Märchen". Die Uraufführung fand am 5. November 1987 in New York statt.

Das deutsche Libretto "Ab in den Wald!" stammt von Michael Kunze ( Autor der Musicals "Elisabeth", "Tanz der Vampire", "Mozart!", "Rebecca"). In eben jenen düsteren, dunklen Märchenwald haben Sondheim und Lapine die Geschichten der verschiedenen Märchenfiguren miteinander verwoben. 

Aschenputtel, Hans, Rotkäppchen, Rapunzel, die Prinzen und all die anderen Figuren kämpfen mit ihren ureigenen Problemen, Neurosen und Neuröschen und zeigen ihr wahres Märchengesicht, bis die ganze heile Märchenwelt eskaliert und kein Stein mehr auf dem anderen steht.

Sondheim zeigt Figuren mit menschlichen Fehlern und Schwächen, die erst allmählich erkennen, welche Konsequenzen das egoistische Streben nach der Erfüllung ihrer Wünsche nach sich ziehen kann.

Der Inhalt: Ein Bäcker (Reinwald Kranner) und seine Frau (Ann Mandrella) müssen einen Fluch loswerden, damit sie endlich ein Kind bekommen können, das sie sich so sehnlich wünschen. Dieser Fluch ist das Werk der bösen Hexe (Maya Hakvoort), die damit ihre Schönheit zurückerhalten will.

Um den Fluch zu brechen, müssen beide in den dunklen Wald, um dort die Zutaten für ein Gegenmittel zu finden. Dort machen sie unter anderem  Bekanntschaft mit dem Wolf (Jan Ammann), der Stiefmutter (Andreas Kammerzelt), Cinderella (Eve Rades), Rapunzel (Nazide Aylin) und Jack (Matthias Trattner).


Tickets gibt's im SIB, auf www.bruno.at und www.sommerfestspiele-brunn.at