Spaziergänger. URAUFFÜHRUNG / „Jackpot“ heißt die jüngste Premiere in NÖs fleißigstem Hoftheater. Die beruht auf einer wahren Geschichte – von Pürbachs Theaterdirektor Harald Gugenberger (im Bild).

Erstellt am 29. August 2011 (00:00)
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VON MICHAELA FLECK

Es klingt ein bisschen wie im Kino. Da träumt einer vom großen Glück. Und spielt. Nicht Roulette, sondern Lotto. Und immer dieselben Zahlen (nämlich den eigenen Geburtstag). Und dann kommt eines Tages (genauer: Ende August vor exakt zehn Jahren) tatsächlich der Jackpot. Sechs Richtige. Nur: Der Lottoschein, der war zwar ausgefüllt. Nur halt leider nicht aufgegeben.

„Da hab’ ich mich dann schon gefragt, warum passiert mir das“, seufzt Harald Gugenberger. 1,2 Millionen Euro hätte Pürbachs Theaterdirektor 2001 (fast) gewonnen. „Da hätt’s“, meint Gugenberger, „dann gleich die dreifache Gage für meine Schauspieler gegeben!“ Und sogar schon einen ausgeklügelten Plan, für den Rest des Geldes.

Statt dessen gab’s eine gute Geschichte. „Die hab’ ich seither so vielen Leuten erzählt, dass ich mir damit den Therapeuten gespart hab’“, lacht der gebürtige Linzer, der seit mittlerweile 26 Jahren an der Waldviertler Grenze Theater macht. Und statt dessen gab’s auch einen guten Stoff. Für die jüngste Uraufführung im Pürbacher Hoftheater.

„Jackpot“ heißt die, oder, fürs heimische Publikum, „Die verspielte Großmutter“. Da geht’s, natürlich, um einen Lottoschein, außerdem um eine reiche Oma, ein paar gierige Erben, eine verliebte Pflegerin, einen ungustiösen Heimleiter und jede Menge andere Schwindeleien. „Es ist ein unglaubliches Wirrwarr“, erzählt Harald Gugenberger, „wir proben jetzt seit einer Woche. Und haben schon die dritte Fassung. Die vierte, die gibt’s dann bei der Premiere“! Eine „Komödie mit Herz und Verstand“ („Die gibt’s eh nicht so oft“) hat Autor René Freund aus der kinoreifen Geschichte gemacht. Die Hauptrolle spielt die deutsche Film- und Theatermimin Gertrud Roll, Regie führt der Schweizer Theatermacher und Pürbach-Veteran Hans-Peter Horner.

„Ich möchte“, sagt der Theaterdirektor, „in Pürbach eine Schauspielwerkstatt machen. Vom Schauspielführer hab’ ich genug!“ Dazu will er nicht nur die jüngste Uraufführung („Das ist die aufwändigste, dafür zerschneiden wir gerade einen Lkw mit der Flex!“) auf den deutschsprachigen Markt bringen. Dazu soll es 2012 gleich noch zwei Uraufführungen geben – eine über die Börse, eine über den Glauben. Und mit Wahl-Waldviertler Felix Mitterer sei er auch schon im Gespräch.

Und Lotto? Spielt Harald Gugenberger noch immer. Aber jetzt lieber Euromillionen. „Da waren meine Zahlen noch nicht dran…!“ Aber, so Gugenberger: „Mein Leben ist auch so ein Lottosechser!“